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Belgischer Gesetzentwurf: Senat stimmt Sterbehilfe für Kinder zu

In Belgien hat der Senat für einen Gesetzentwurf votiert, der unter bestimmten Bedingungen Sterbehilfe für Kinder ermöglichen soll. Das Gesetz muss jetzt noch dem Unterhaus vorgelegt werden.

Brüssel - Der belgische Senat hat mit großer Mehrheit einem Gesetzentwurf zugestimmt, der Sterbehilfe für Kinder ermöglichen soll. 50 Senatoren stimmten im Oberhaus in Brüssel für die Vorlage, 17 votierten dagegen. Der Entwurf sieht vor, dass todkranke Minderjährige, die unter starken Schmerzen leiden und für die es keine Medikamente zur Linderung gibt, nach Sterbehilfe verlangen können. Diese muss von den Eltern und den behandelnden Ärzten gebilligt werden.

Der Entwurf muss nun dem Unterhaus zur Abstimmung vorgelegt werden. Seine Unterstützer hoffen auf eine Verabschiedung des Gesetzes vor der Parlamentswahl im Mai.

Sterbehilfe für Erwachsene ist in Belgien bereits seit 2002 zulässig. In den Niederlanden gibt es die Möglichkeit auch für Jugendliche über zwölf Jahren. Das geplante belgische Gesetz sieht keine Altersbegrenzung vor. Es verlangt jedoch, dass sich der junge Patient seiner Situation bewusst ist und versteht, was Sterbehilfe bedeutet.

Zuletzt hatten mehrere Fälle von Belgiern Schlagzeilen gemacht, die Sterbehilfe in Anspruch nahmen, obwohl sie nicht todkrank waren. Darunter war auch ein Patient, bei dem eine Geschlechtsumwandlung missglückt war.

rls/AFP/dpa

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insgesamt 17 Beiträge
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1. Ein mutiger Schritt
realistin2 13.12.2013
Bei dem Thema Sterbehilfe für Erwachsene ist man schnell dabei und sagt "Ja" - weil man vielleicht irgendwann mal selbst betroffen ist. Sterbehilfe für Kinder, dieses Thema zu besprechen und zu befürworten ist ein großer Akt. Meist möchte man sich mit dem Thema nicht mal befassen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Wer jedoch schon mal einen Blick in ein Kinderhospiz oder die Kinderonkologie geworfen hat wird erkennen, dass das eben durchaus ein Thema ist.
2.
Steuerzahler0815 13.12.2013
Ich halte das für falsch Wie kann der Mensch das Recht haben sich selbst oder jemand anderem das Leben zu nehmen welches Gott ihm gegeben hat Ein Blick in die Bibel zeigt schnell dass dieses Verhalten falsch ist
3.
unrat379 13.12.2013
@steuerzahler0815: Ich verstehe nicht was die Bibel mit dem Thema Sterbehilfe zu tun hat?
4. Steuerzahler
NoPC 13.12.2013
deine Bibel kannst du dir sparen
5. Omnia
h.vonbun 13.12.2013
Mutiger und richtiger Schritt! Ein freier Geist soll frei entscheiden dürfen!
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Arten der Sterbehilfe
Aktive Sterbehilfe
Der Tod eines Menschen wird absichtlich und aktiv herbeigeführt. Zum Beispiel, indem ein Arzt eine tödliche Dosis Medikamente verabreicht. Diese Form der Sterbehilfe ist in Deutschland verboten (Tötung auf Verlangen oder Totschlag oder gar Mord).
Passive Sterbehilfe
Lebensverlängernde Maßnahmen wie zum Beispiel künstliche Ernährung werden auf Wunsch des Sterbewilligen eingestellt. Er erhält eine schmerzlindernde Behandlung, die Grundpflege und Seelsorge werden beibehalten. In Deutschland ist diese Form bei entsprechendem Patientenwillen straflos.
Indirekte aktive Sterbehilfe
Ein Arzt verabreicht einem Patienten auf dessen Wunsch hin schmerzlindernde Medikamente, zum Beispiel Morphin. Eine lebensverkürzende Wirkung wird in Kauf genommen, ist aber nicht beabsichtigt. Diese Form ist in Deutschland straflos, aber die Grenze zur aktiven Sterbehilfe ist fließend.
Assistierte Selbsttötung
Eine Person leistet Beihilfe zum Suizid, etwa durch Beschaffung eines tödlichen Mittels. Der Patient muss es selbständig einnehmen, bei der Handlung darf nicht einmal jemand seine Hand führen. Beihilfe zum Suizid ist in Deutschland nicht strafbar. Ärzten drohen theoretisch jedoch berufsrechtliche Konsequenzen bis hin zum Entzug der Approbation: "Sie dürfen keine Hilfe zur Selbsttötung leisten", heißt es in Paragraf 16 der Muster-Berufsordnung, wie sie als Empfehlung vom Deutschen Ärztetag beschlossen wurde. Allerdings haben mehrere Landesärztekammern die Formulierung abgewandelt oder gar nicht in ihre Berufsordnungen übernommen. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, kann sich laut SPIEGEL an keinen Fall erinnern, in dem es in den vergangenen Jahren wegen Sterbehilfe zum Entzug der Approbation gekommen wäre.
Patientenverfügung
In Deutschland haben Volljährige die Möglichkeit, in einer Patientenverfügung im Voraus schriftlich festzulegen, ob und wie sie in bestimmten Situationen ärztlich behandelt werden möchten (Paragraf 1901a, Bürgerliches Gesetzbuch). Diese Angaben sind - sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind - für Ärzte verbindlich. Ausführliches Info-Material stellt das Justizministerium zur Verfügung.

Die Regelungen zur Sterbehilfe in Deutschland
Indirekte aktive Sterbehilfe
Beim Thema Sterbehilfe wird generell zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe sowie Beihilfe zur Selbsttötung unterschieden. Eine direkte, aktive Tötung, etwa mit einer Giftspritze, ist auch auf Verlangen strafbar. Erlaubt ist allerdings eine indirekte aktive Sterbehilfe: etwa der Einsatz von Medikamenten, deren Nebenwirkungen die Lebensdauer herabsetzen können. Die aktive Lebensverkürzung wird dabei als ungewollte, aber unvermeidbare Nebenwirkung billigend in Kauf genommen.
Passive Sterbehilfe
Unter passiver Sterbehilfe verstehen Juristen das "Zulassen des natürlichen Sterbens": Hierbei werden lebensverlängernde Maßnahmen wie Beatmung oder künstliche Ernährung unterlassen oder beendet. Auch eine Sterbebegleitung in Form von Beistand, Seelsorge und schmerzstillender Palliativmedizin gilt als passive Sterbehilfe.
Patientenwille
Wichtig ist es, bei der passiven wie auch der indirekten aktiven Sterbehilfe, den Willen des Patienten zu kennen. Denn - vereinfacht gesagt - ist hier fast alles erlaubt, wenn es dem Willen des Patienten dient. Umgekehrt kann das passive Sterbenlassen eines Hundertjährigen eine Tötung sein, wenn dieser leben will.
Patientenverfügungen
Die neue gesetzliche Regelung zur Patientenverfügung (Drittes Gesetz zur Änderung des Betreuungsrechts) wurde im Juni 2009 nach sechsjähriger Debatte vom Bundestag verabschiedet. Danach sind schriftliche Patientenverfügungen für Ärzte und Angehörige verbindlich, unabhängig vom Krankheitsstadium. Das heißt, dass die Verfügung auch befolgt werden muss, wenn der Kranke noch nicht die Sterbephase erreicht hat. Fordert der Patient die Einstellung lebenserhaltender medizinischer Maßnahmen, muss der Arzt dies umsetzen.
Beihilfe zum Suizid
Problematisch wird es bei der Beihilfe zur Selbsttötung. Das grundgesetzlich garantierte Selbstbestimmungsrecht gibt jedem das Recht, aber nicht die Pflicht zu leben. Da somit in Deutschland eine Selbsttötung straffrei ist, ist auch die Beihilfe zur Selbsttötung straffrei, wenn sie vor der Tötung stattfindet - also ein Helfer dem Sterbewilligen etwa ein Glas mit Gift hinstellt, das dieser dann selbstständig austrinkt.

Im Gegensatz zum Strafrecht verbietet das Standesrecht den Ärzten in Deutschland jedoch die Beihilfe zum Suizid. So dürfen die dafür geeigneten Wirkstoffe für diesen Zweck nicht verordnet werden, es handelt sich deshalb unter Umständen um einen Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz.

Die Bundesärztekammer hatte außerdem bereits vor einiger Zeit erklärt, dass es sich bei einem ärztlich assistierten Suizid aus ihrer Sicht um Tötung auf Verlangen handele. Diese wird laut Strafgesetzbuch mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis fünf Jahren geahndet (Paragraf 216, StGB).

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