Stockholm Schwedin rast mit gestohlenem Zug in Wohnhaus

Zuerst stahl eine 22 Jahre alte Putzfrau auf einem Betriebshof einen Pendlerzug, dann fuhr sie mit ihm Richtung Stockholm. Doch die Bahn entgleiste an einer Endhaltestelle und krachte in ein dreistöckiges Wohnhaus. Die Fahrerin wurde schwer verletzt.

AP

Stockholm - Eine 22-jährige Schwedin hat einen schweren Unfall mit einer gestohlenen Bahn gebaut. Auf einem Depot außerhalb von Stockholm habe sie den Pendlerzug mit vier Waggons geklaut, sagte Tomas Hedenius, ein Sprecher des Bus- und Eisenbahnbetreibers Arriva. Doch nach etwa 1,6 Kilometern sei der Zug an einer Endhaltestelle im Vorort Saltsjöbaden entgleist und in ein dreistöckiges Wohnhaus gekracht.

"Es waren drei Familien im Gebäude, keiner der Bewohner wurde verletzt", sagte Hedenius. "Zumindest nicht physisch." Die Frau auf dem Steuersitz wurde allerdings schwer verletzt in ein Krankenhaus geflogen. Gegen sie wird nun wegen des Verdachts der Gefährdung der Öffentlichkeit ermittelt.

Das Motiv der Frau ist nicht bekannt. Sie arbeitete den Angaben zufolge als Reinigungskraft für den Bahnbetrieb. "Wir haben nur Gutes über sie gehört", sagte Hedenius. "Wir untersuchen nun den Fall und versuchen herauszufinden, warum sie das getan hat." In ersten Berichten wurde ihr Alter mit 20 Jahren angegeben, die Angabe wurde später jedoch korrigiert.

Unklar sei, wie die Frau an die Schlüssel für den Zug gekommen sei. Das Fahren selbst sei nicht schwierig und selbst für Laien möglich. "Sie können das im Internet nachlesen oder einfach zuschauen, wenn andere es tun."

Wie die Zeitung "Aftonbladet" berichtet, hatte der Zug bei dem Aufprall seine maximale Geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde erreicht. "Es ist unglaublich, dass das Unglück nicht schlimmere Folgen hatte", sagte Polizeisprecher Ulf Lundgren. Das gelte sowohl für die Bewohner des Hauses als auch für die Frau im Zug.

aar/dapd/dpa

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