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Sternschnuppe in Bayern: Helle Aufregung über grelle Lichterscheinung

Ein glühender Flugkörper mit einem Schweif: Über Bayern ist am Sonntagabend ein grelles Leuchten beobachtet worden. Doch es handelte sich nur um eine extrem helle Sternschnuppe.

Feuerkugel über Seewalchen Zur Großansicht
DPA/ Erwin Filimon/ Sternwarte Gahberg

Feuerkugel über Seewalchen

Ein glühender Himmelskörper hat am Sonntagabend über Bayern kurzzeitig Aufregung ausgelöst. Wie die Polizei in Straubing mitteilte, hatten mehrere Anrufer ein auffälliges Phänomen beobachtet und die Beamten verständigt. Nun stellte sich heraus: Es handelte sich lediglich um eine besonders helle Sternschnuppe und bunte Polarlichter.

Ein Augenzeuge hatte am Sonntagabend gegen 22.37 Uhr eine "grelle Lichterscheinung" in der Nähe des Atomkraftwerks Isar/Ohu bei Landshut bei der Polizei gemeldet. Die Beamten kontaktierten den Leitstand des Reaktors und schickten mehrere Streifenwagen in die Gegend. Die Situation in und am Kraftwerk war allerdings vollkommen ruhig. Es gab dort laut Polizei nichts Verdächtiges.

Wenige Minuten später meldeten sich zwei Anrufer aus dem etwa 70 Kilometer entfernten Landkreis Straubing-Bogen und berichteten der Polizei ebenfalls von einem glühenden Flugkörper am Nachthimmel, der einen langen Schweif hinter sich herzog. Auch Polizeibeamte bestätigten entsprechende Beobachtungen.

Tatsächlich handelte es sich um einen Meteor, wie die Universitäts-Sternwarte in München berichtete. Das Lichtspektakel war den Angaben zufolge von Bayern bis ins Saarland sichtbar. Solch eine Feuerkugel könne häufig beobachtet werden und sei "kein besonderes Ereignis", sagte Keith Butler von der Sternwarte. Bei diesen Sternschnuppen handele es sich um "sehr kleine Steinchen", die in die Erdatmosphäre eindringen.

In Österreich wurde der Himmelskörper ebenfalls gesichtet. "Die automatische Meteoritenortungskamera auf der Sternwarte Gahberg hat diese extrem helle Feuerkugel aufgenommen", berichtete die Sternwarte im Salzkammergut und veröffentlichte das Bild im Internet.

Polarlichter im Norden

In vielen Teilen Deutschlands brachten Polarlichter den Himmel zum Leuchten. Zu sehen war das Schauspiel in vergleichsweise dunklen Regionen mit klarem Himmel, wie die wissenschaftliche Leiterin der Wilhelm-Foerster-Sternwarte in Berlin, Monika Staesche, erklärte. "Es ist aber nicht so stark, wie man sich das vielleicht vorstellt", betonte sie. Auf Fotos seien zwar grüne, pinke oder lilafarbene Lichter zu sehen. Mit dem bloßen Auge könne man am Himmel aber lediglich "ein schwaches rötliches Leuchten" erkennen. Dies sei etwa in Brandenburg und Sachsen der Fall gewesen.

Je weiter im Norden man wohne, desto häufiger könne man Polarlichter sehen, erklärte Jost Jahn von der Vereinigung der Sternfreunde. In Süddeutschland sei das eher die Ausnahme. Generell treten Polarlichter ihm zufolge relativ häufig auf. "Alle zwei bis drei Monate sind sie mit dem Auge erkennbar." Wer nicht auf der Lauer liege, bekomme von dem Schauspiel in Deutschland aber nichts mit. "Ein unbedarfter Beobachter wird es vielleicht nie sehen."

Polarlichter entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwindes auf die oberen Schichten der Erdatmosphäre treffen. Dort regen sie Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle zum Leuchten an. Solche Lichtspiele treten vor allem in den Polarregionen auf. Ihre Häufigkeit in Mitteleuropa hängt von der Sonnenaktivität ab. Früher wurden Polarlichter auch als Vorboten drohenden Unheils gedeutet.

gam/dpa/AFP

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