Strecke Moskau-Petersburg Bombenanschlag auf Zug - Dutzende Verletzte

Mutmaßlicher Terroranschlag auf die wichtigste Eisenbahnverbindung in Russland: Dutzende Reisende wurden zum Teil schwer verletzt, als ein Zug auf der Strecke Moskau-St. Petersburg entgleiste. Ein selbstgebauter Sprengsatz riss nach Angaben der Ermittler einen Krater ins Gleisbett.


Moskau - Die Bahngesellschaft gab an, das Zugunglück im Nordwesten Russlands sei durch einen Bombenanschlag verursacht worden. Ein selbstgebauter Sprengsatz habe ein Gleisstück zerstört, der Schnellzug von Moskau nach St. Petersburg mit rund 250 Menschen an Bord sei daraufhin von der Strecke abgekommen, sagte eine Sprecherin der Bahn heute. Dies hätten die bisherigen Ermittlungen ergeben.

Bei dem Unfall in der Region Nowgorod 500 Kilometer nördlich von Moskau wurden gestern Abend nach Bahnangaben 60 Menschen verletzt. 38 Verletzte seien ins Krankenhaus eingeliefert worden. Nach Angaben des Radiosenders "Echo Moskwy" wurden auch Kinder und ein italienischer Passagier in Kliniken gebracht.

Inzwischen hat die Generalstaatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Terrorverdachts aufgenommen. An der Unglücksstelle sei ein selbst gebauter Sprengsatz gefunden worden, meldete die Nachrichtenagentur Itar-Tass unter Berufung auf die Ermittler.

Am Unglücksort in der Nähe der Ortschaft Malaja Wischera wurde ein knapp eineinhalb Meter tiefer Krater entdeckt. Der Lokführer hatte berichtet, unmittelbar vor dem Entgleisen des Zuges sei ein Explosionsknall zu hören gewesen. Zu diesem Zeitpunkt fuhr der Schnellzug "Newski Express" mit einer Geschwindigkeit von knapp 180 Stundenkilometern. Ein Reisender berichtete von einem rund zwei Meter tiefen Krater im Gleisbett.

In den vergangenen Jahren haben tschetschenische Rebellen und ihnen nahe stehende Extremisten aus der Kaukasusregion häufig Anschläge auf zivile Ziele in Russland verübt. Seit mehr als einem Jahr gab es jedoch keine größere Attacke mehr.

jdl/Reuters/dpa/AP



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