Stromausfall Blackout legt Chile lahm

In Chile ist fast die komplette Bevölkerung von einem Stromausfall überrascht worden. Millionen Menschen saßen nach dem Blackout stundenlang im Dunkeln. Die Regierung vermutet einen Zusammenhang mit den schweren Erdbeben der vergangenen Wochen.

REUTERS

Santiago - Um 21 Uhr Ortszeit gingen am Sonntagabend plötzlich alle Lichter aus: Ein Stromausfall hat in Chile nahezu die gesamte Bevölkerung des südamerikanischen Landes in Dunkelheit gehüllt. Den Angaben des chilenischen Katastrophenschutzes zufolge waren der Norden, der Süden und das Landesinnere mit der Hauptstadt Santiago von dem Blackout betroffen. Dem Stromunternehmen Transelec zufolge waren 80 bis 90 Prozent der 17 Millionen Einwohner ohne Strom.

In der Hauptstadt mussten Dutzende Menschen aus steckengebliebenen U-Bahnen und Fahrstühlen befreit werden. Mehrere U-Bahn-Stationen sowie Einkaufszentren wurden evakuiert. Viele Menschen rannten in Panik auf die Straßen - sie sind nach der Erdbebenkatastrophe Ende Februar und den zahlreichen Nachbeben verängstigt. Die Sicherheitskräfte verstärkten ihre Präsenz auf den Straßen, um mögliche Plünderer abzuschrecken.

Grund für den Stromausfall war offiziellen Angaben zufolge eine Panne in einem Transformator. Genauere Informationen gibt es bislang allerdings nicht. "Wir wissen nicht genau, was passierte", sagte Juan Pablo Larrain, Chef des Energieversorgers Chilectra, dem Fernsehsender TVN. Der Minister im Präsidentschaftsamt, Christian Larroulet, sah einen Zusammenhang mit dem Beben vom 27. Februar. "Das ist eine weitere Konsequenz des Bebens", sagte Larroulet. Das Stromnetz habe darunter gelitten, das mache sich jetzt bemerkbar.

Etwa eine Stunde nach dem Blackout gab es in einigen Städten wieder Licht, vereinzelt auch im Großraum Santiago, wo sieben Millionen Menschen leben. Bis zur vollen Wiederherstellung der Stromversorgung werde es laut offiziellen Angaben aber noch Stunden dauern.

Bei dem Erdbeben der Stärke 8,8 waren Ende Februar mindestens 500 Chilenen ums Leben gekommen. Seitdem wurden mehr als 270 Nachbeben registriert. Nach dem Beben waren mehrere Regionen ohne Strom, erst vor wenigen Tagen war die Versorgung dort zu drei Vierteln wiederhergestellt. Zuletzt hatte vor der Amtseinführung des neuen Präsidenten Sebastián Piñera ein schweres Nachbeben für Panik gesorgt.

hut/dpa/apn/AFP

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