Sturmjäger Tim Samaras Die letzte Warnung seines Lebens

Tim Samaras wollte die Menschen vor Tornados schützen, dann fiel der "Storm Chaser" selbst der Naturgewalt zum Opfer: Samaras starb bei den Unwettern in Oklahoma, er war dem Sturm hinterhergejagt. Kurz zuvor hatte er die Menschen bei Twitter noch vor der Naturgewalt gewarnt.


Wäre er dem Appell seines letzten Tweets gefolgt, vielleicht würde Tim Samaras heute noch leben. "Die Stürme erreichen jetzt den Süden Watongas. Ein gefährlicher Tag liegt vor Oklahoma. Passt auf das Wetter auf'", twitterte der Sturmjäger. Kurz darauf wurde der 45-Jährige selbst Opfer des Tornados, der am Freitag über Oklahoma hinwegfegte. An seiner Seite starben sein 24-jähriger Sohn Paul und sein langjähriger Partner Carl Young, auch 45.

Samaras galt als einer der führenden "Storm Chaser" der USA, in seiner Szene war er ein Star. Er jagte Tornados hinterher, näherte sich ihnen, um ihre Gewalt und Schönheit mit atemberaubenden Aufnahmen einzufangen. Zu seinen Auftraggebern zählte neben "National Geographic" und dem Discovery Channel auch die National Geographic Society und die amerikanische Regierung.

Seine Arbeit widmete Samaras vor allem dem Schutz der Bevölkerung. Er erforschte die Tornados, entwickelte Taktiken, um ihnen zu folgen und die Bevölkerung rechtzeitig warnen zu können. "Kein Schulgebäude kann einem schweren Tornado widerstehen", zitierte die "Washington Post" ihn noch am 22. Mai in einem Artikel über die Tornadogefahr in Oklahoma. "Die einzige Möglichkeit, das Problem zu lösen, wäre der Bau tornadosicherer Räume in den Schulen, die 500 bis 700 Kinder fassen können."

"In einem großen Tornado im Himmel"

Samaras kannte die Gefahren der Stürme nur zu gut. Von seiner Arbeit konnte ihn das Wissen nicht abhalten. "Es ist unglaublich traurig, dass wir unseren großartigen Bruder Tim und seinen großartigen Sohn Paul verloren haben", schrieb Samaras' Bruder Jim auf seiner Facebook-Seite. "Doch als sie von uns gehen mussten, taten sie das, was sie liebten: Tornados jagen. In meiner Vorstellung ist er jetzt in einem großen Tornado im Himmel."

Für seine Touren montierte Samaras Hochgeschwindigkeitskameras und andere elektronische Geräte auf dem Anhänger seines mit Hagelnarben im Blech gespickten Pickups. So beschreibt es "National Geographic" in einer Reportage über den "Jäger der Blitze". Mit ihrer Hilfe spürte er die schlimmsten Unwetter auf. Dann jagte er, so schnell er konnte, den aufgetürmten Wolken hinterher. Als Reaktion auf seinen Tod veröffentlichte "National Geographic" Samaras' atemberaubendste Videos. Das Foto auf Twitter dokumentiert seinen letzten Weg.

Insgesamt kamen mindestens 14 Menschen ums Leben, als am Freitag mehrere Tornados über Oklahoma sowie Nachbarbundesstaaten hinwegfegten und teils schwere Überschwemmungen nach sich zogen. Das teilten die Behörden am Samstag mit. Unter den Toten waren laut der örtlichen Katastrophenschutzbehörde zwei Kinder.

irb



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Meskiagkasher 02.06.2013
1. optional
Wow, alle Witze beiseite ist das ein echter Anwärter auf den Darwin-Award.
rolandjulius 02.06.2013
2. Die Superlative ist eingetreten
Der letzte Tornado über Oklahoma war der wütendste aller Zeiten, Samara hat ihn unterschätzt und starb mit seinem Sohn und seinem Freund. Die Schulen hatten keine sicheren Räume,2400 Eigenheime wurden dem Boden gleichgemacht die Verwüstung ist total.Das Rad der Zeit ist gelaufen, jetzt hat die Natur uns den Krieg erklärt. Wem wird es wohl gelingen, uns mit den Göttern zu versöhnen?\Oder soll uns alle der Teufel holen?
guteronkel 02.06.2013
3. optional
Ich kann nur an die Geschichte von den 3 kleinen Schweinchen denken. Die sollte man den Leuten in Oklahoma mal erzählen. Ansonsten hält sich mein Mitleid in Grenzen. Ein Volk, welches zu dumm oder zu geizig ist um Schutzräume zu bauen (selbst für die Kinder nicht), verdient es nicht besser. Wir sollten lieber der 1.000 getöteten Menschen im Irak (nur im Mai) gedenken. Diese Leute können absolut gar nichts für ihr Unglück. Dafür sind die Amerikaner verantwortlich. Vielleicht hat Gott langsam ein Einsehen und handelt?
Wolffpack 02.06.2013
4. ...
Zitat von MeskiagkasherWow, alle Witze beiseite ist das ein echter Anwärter auf den Darwin-Award.
Ja, irgendwie schon. Keinen Plan ob SPON nicht was besseres zum Berichten einfällt.
hoffentlich 02.06.2013
5. Fürchterlich
Das allerschlimmste ist, das es im Jahr 2013 immer noch Menschen gibt, die daran glauben, das ein Gott böses Wetter macht, Blitze und Wind auf die Erde schickt, nur weil die wöchentliche Kuh nicht geopfert oder der abendliche Teller nicht aufgegessen wurde...
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