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Sturmtief "Melli": Unwetterwarnung - massiver Wintereinbruch zu Ostern

Weiße Ostern: Ab diesem Abend drohen Deutschland Frost, Eis und Unmengen Neuschnee - mehr als im ganzen Winter. Ausgerechnet zum Frühlingsbeginn kehrt die Kälte zurück. Der Wetterdienst warnt vor Verkehrschaos durch Sturmtief "Melli".

Hamburg/Offenbach - "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche", heißt es in Goethes "Osterspaziergang". Für Ostern 2008 ist diese Naturbeobachtung ganz und gar unzutreffend - im Gegenteil: Sturmtief "Melli" bringt Eis, Schnee, Frost und Regen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab eine Unwetterwarnung heraus: Durch das Sturmtief sei in den höheren Mittelgebirgslagen von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Thüringen, Sachsen, Baden-Württemberg und Bayern starker Neuschnee und Schneeverwehungen zu erwarten. Es müsse damit gerechnet werden, dass Straßen und Schienenwege teils unpassierbar seien. Bäume könnten unter der Schneelast zusammenbrechen.

Ein DWD-Sprecher sagte, man rechne mit einem "massiven Wintereinbruch, wie wir ihn den ganzen Winter 2007/2008 nicht erlebt haben". Es seien Neuschneemengen von teils mehr als 20 Zentimeter zu erwarten.

"Worauf zu Weihnachten alle Jahre viele Deutsche hoffen, kann ich jetzt für fast alle Gebiete in Deutschland versprechen - weiße Ostern", sagte DWD-Meteorologe Andreas Friedrich. Und es kommt richtig dick: Ab der Nacht zum Karfreitag gab der DWD für die Höhenlagen in der Mitte und im Süden Deutschlands Unwetterwarnungen vor starkem Neuschnee und Schneeverwehungen heraus.

Bereits jetzt haben Eis und Schnee - ausgerechnet zum meteorologischen Frühlingsbeginn - zu schweren Unfällen geführt, betroffen war vor allem der Osten Deutschlands. Ein Autofahrer geriet nahe Saalfeld in Thüringen auf eisglatter Straße in die Gegenfahrbahn und stieß frontal mit einem Wagen zusammen. Beide Fahrer erlitten schwere Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Auch in Sachsen kam es zu zahlreichen Zusammenstößen. In Mecklenburg-Vorpommern krachte es mehrmals auf der Autobahn 20.

In Tschechien fuhren wegen eines schweren Schneesturms sogar 100 Autos ineinander. Auf der Straße von Prag in das südöstliche Brno (Brünn) seien bei Unfällen insgesamt sechs Menschen schwer und 18 weitere leicht verletzt worden, erklärte der Regionalgouverneur Milos Vystrcil. Aufgrund der Massenkarambolage seien Hunderte Autos im Stau stecken geblieben und 50 Kilometer der Autobahn lahmgelegt worden.

Auch in den nächsten Tagen dürfte ob der Wetterlage mit äußerst schwierigen Straßenverhältnissen zu rechnen sein.

Oberhalb von 400 Metern fallen die Niederschläge laut DWD durchweg als Schnee. Dies führe in den Mittelgebirgen und ab Karfreitag vor allem im Alpenraum zu einem Spät-Wintereinbruch. Neuschneemengen von teilweise mehr als 20 Zentimetern und bei Sturmböen vor allem im Süden sind auch massive Schneeverwehungen zu erwarten. In den tiefen Lagen im Westen und Südwesten muss mit kräftigem Dauerregen mit Mengen von bis zu 40 Liter pro Quadratmeter gerechnet werden.

Ab Samstag wird den Meteorologen zufolge zudem skandinavische Kaltluft nach Deutschland vordringen. Für die Nordhälfte werden für den Vormittag andauernde Schneefälle vorhergesagt. Für den Nachmittag werden auch im Mittelgebirgsraum "tief winterliche Verhältnisse" erwartet.

Am Ostersonntag und -montag bleibt es kalt bei Höchsttemperaturen von null bis fünf Grad Celsius in den Niederungen. Nachts gibt es überall Frost bis teilweise unter minus fünf Grad.

pad/dpa/ddp/Reuters

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Unwetterwarnung: Ostern mit "Melli"


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