+++ Liveblog zu Sturm "Xavier" +++ SEK-Polizisten helfen in Berlin

Der Bahnverkehr wurde lahmgelegt, mindestens sechs Menschen starben: Sturm "Xavier" hat schwere Schäden in Nord- und Ostdeutschland hinterlassen. In Berlin haben Spezialkräfte mit angepackt.

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In Berlin hat sich das Spezialeinsatzkommando (SEK) an den Aufräumarbeiten beteiligt. Die Beamten kommentierten die Nachricht mit dem Zusatz "Mit Gefahren kennen sie sich aus".
Sturm "Xavier" hat über Nord- und Ostdeutschland gewütet, mehrere Menschen starben. Vor allem im Großraum Berlin herrscht noch Chaos. Der Bahn- und Nahverkehr ist weiterhin stark beeinträchtigt. Den aktuellen Überblick dazu lesen Sie hier.

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In Berlin-Tegel ist eine weitere Frau durch "Xavier" gestorben. Sie kam ums Leben, als ein Baum auf ihr Auto stürzte. Auch in Brandenburg sowie in Neu-Karstädt in Mecklenburg-Vorpommern und in Hamburg kamen Menschen durch umstürzende Bäume ums Leben.
Angesichts des schweren Unwetters ist laut einer Bahnsprecherin noch offen, wann die Züge im Norden und Osten Deutschlands wieder fahren. "Es wird sicherlich im Laufe des Abends noch zu Problemen kommen", sagte sie. "Wir müssen die Entwicklung des Wetters abwarten." Es müsse überprüft werden, wo Bäume auf den Schienen lägen.

Betroffen sind die Bundesländer Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Großraum Leipzig. Die Bahn stellte etwa ein Dutzend leere IC- und ICE-Züge in Bahnhöfen für gestrandete Reisende bereit. "Zusätzlich versuchen wir zu organisieren, dass Reisende auch in Hotels unterkommen", sagte die Bahnsprecherin.
In der Berliner U-Bahn steht weiterhin alles still:
 
Foto: Hannibal Hanschke/Reuters
 
Auch der Fußball wird durch "Xavier" beeinträchtigt: Das für 19 Uhr geplante öffentliche Training der U21-Nationalmannschaft in Cottbus musste abgesagt werden. "Es tut uns sehr leid für unsere Fans", sagte DFB-Trainer Stefan Kuntz. Am Freitag ist dort ein EM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan geplant.
An den Berliner Flughäfen werden wieder Maschinen abgefertigt. Die Vorfeldabfertigung in Schönefeld und Tegel wurde laut Flughafengesellschaft wieder aufgenommen. Es könne aber "noch zu Verzögerungen kommen". Wegen "Xavier" hatten die Passagiere ihre gelandeten Flugzeuge vorübergehend nicht verlassen dürfen. Neue Maschinen waren erst mal nicht beladen worden.

Durch "Xavier" sind bereits mehrere Menschen getötet worden. Allein in Brandenburg seien drei Menschen in ihren Fahrzeugen gestorben, sagte ein Polizeisprecher. Zunächst hatte die Brandenburger Polizei laut Nachrichtenagentur AFP von vier Toten in dem Bundesland berichtet, die Zahl wurde aber wieder korrigiert.

Auch in Neu-Karstädt in Mecklenburg-Vorpommern sowie in Hamburg kamen Menschen durch umstürzende Bäume ums Leben.

Bei Gransee im Landkreis Oberhavel wurde ein Mensch von einem Ast getötet, der durch die Windschutzscheibe des Autos schlug. Auch nahe Müllrose im Osten Brandenburgs kam jemand durch einen umgestürzten Baum zu Tode.


"Das gesamte Land Brandenburg ist extrem betroffen", sagte der Polizeisprecher. Binnen dreieinhalb Stunden habe es rund 500 Einsätze wegen des Sturms gegeben.

Im Fernverkehr geht nichts mehr: Anzeigetafel am Hamburger Hauptbahnhof / Foto: Markus Scholz/dpa
 
Wegen der Streckensperrungen im Bahnverkehr stiegen viele Menschen auf Fernbusse um. Die Zahl der Buchungen von und nach Hamburg sei im Vergleich zur Vorwoche um rund 45 Prozent gestiegen, sagte ein Flixbus-Sprecher. Die Strecke Hamburg-Bremen war demnach auf allen Verbindungen ausgebucht gewesen.
Ob Schüler oder Lehrer dahinterstecken? Von Orkan "Xavier" wollte in Berlin zumindest auch jemand profitieren - und brachte diese Falschmeldung unter dem Logo der Polizei in Umlauf:
Der Nahverkehr in der Hauptstadt steht still: In Berlin wurde am Nachmittag der S-Bahn-, Bus- sowie der oberirdische U-Bahn- und der Straßenbahnverkehr komplett eingestellt. Das teilten die Berliner Verkehrsbetriebe sowie die Deutsche Bahn mit.

"Ein Schienenersatzverkehr kann wegen des Unwetters nicht eingerichtet werden", hieß es. 
Die Zahl der Todesopfer steigt offenbar auf vier: In Brandenburg sollen zwei weitere Menschen Sturmtief "Xavier" zum Opfer gefallen sein. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf die Polizei.

Bei Gransee (Oberhavel) flog demnach ein Ast in eine Windschutzscheibe und tötete einen Menschen. In derselben Region sei zudem eine Frau in einem Auto von einem Baum erschlagen worden.

Auch in Neu-Karstädt in Mecklenburg-Vorpommern sowie in Hamburg kamen Menschen durch umstürzende Bäume ums Leben.
Auch an den Berliner Flughäfen stockt durch Sturmtief "Xavier" der Betrieb. Schönefeld und Tegel stellten vorübergehend ihre Abfertigung ein. Passagiere in gelandeten Maschinen müssten aus Sicherheitsgründen vorerst in den Flugzeugen bleiben, sagte ein Flughafensprecher. Zum Abflug vorgesehene Maschinen würden an beiden Airports vorerst nicht mehr beladen.

Es könne zu Verspätungen kommen, der Flugbetrieb sei damit aber nicht eingestellt, sagte der Sprecher. In Schönefeld warteten derzeit etwa zwölf Flieger darauf, be- oder entladen zu werden.

Nach Tegel sei wegen des Wetters bereits eine Maschine aus Stuttgart  gelandet, die eigentlich nach Hamburg hätte fliegen sollen.
Hamburg nach dem Sturm:
Überflutete Straße in Rostock: Vielerorts bringt der Sturm auch jede Menge Regen mit sich / Foto: Bernd Wüstneck/dpa
 
Ein "Hotelzug" im Hamburger Hauptbahnhof: Hört sich romantischer an, als es ist - wie der DWD feststellte:
Während Hamburg und Niedersachsen aufräumen, hat der Sturm nun die östlichen Bundesländer erfasst. "An alle Berufspendler! Bitte rechnen Sie mit Zugausfällen und Verspätungen wegen Bäumen auf den Gleisen", teilt die Polizei in Brandenburg mit.

Die Feuerwehr in Potsdam appellierte an die Bevölkerung: "Halten Sie die Notrufleitungen frei für notwendige, wichtige Meldungen. Versuchen Sie kleine Schäden zuerst selbst zu beheben."
Sturmtief "Xavier" hat ein weiteres Menschenleben gefordert. In Neu-Karstädt in Mecklenburg-Vorpommern starb ein Lastwagenfahrer, wie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf die Polizei berichtete.

Der Mann wurde demnach an der Bundesstraße 191 von einem umstürzenden Baum erschlagen.

In Hamburg starb laut Polizei eine Frau. Im Stadtteil Horn war ein Baum auf das Auto gefallen, mit dem sie und eine weitere Frau unterwegs waren.

Trotz Entwarnung ist die Lage am Hamburger Hauptbahnhof weiterhin unübersichtlich. Der Fernverkehr ist bis auf Weiteres eingestellt. Auch Regionalzüge fahren nicht. Lesen Sie hier: Überblick über die Auswirkungen auf den Zugverkehr.

An den Bahnsteigen sind Pendler und Fernreisende gestrandet. Plätze in Fernbussen sind kaum noch zu bekommen. Um Mitarbeiter der Bahn bilden sich Menschentrauben. Die großen Anzeigetafeln sind leer.

Die Hamburger S-Bahn, die über mehrere Stunden nicht oder nur teilweise verkehrte, hat den Betrieb wieder aufgenommen. Reisende sind angehalten, zu warten und auf Durchsagen zu achten.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht von einem kleinräumigen, aber intensiven Sturmtief. Meeresluft subpolaren Ursprungs ströme heran. In Brandenburg könne mit dem Sturm Dauerregen einsetzen, auch Gewitter seien möglich.

Auch im Rest von Deutschland soll das Wetter nach Sturm "Xavier" schlecht bleiben. Der DWD sagte kräftige Schauer und Graupelgewitter voraus. In den Alpen soll es  länger anhaltend und kräftig regnen, an der Nordsee seien wieder Sturmböen möglich.
 
In Berlin hat die Feuerwehr wegen Sturm "Xavier" jetzt den Ausnahmezustand ausgerufen. Innerhalb einer halben Stunde gingen am Nachmittag Dutzende Notrufe ein, teilte die Behörde mit.

Nun werde kategorisiert, welche der eingegangenen Notrufe zuerst bearbeitet werden. Dabei gelte Menschenleben vor Sachschäden. "Wenn ein Mensch von einem Baum getroffen wird, muss eine Straßenblockierung durch einen abgefallenen Art erst mal warten."

Den Ausnahmezustand ruft die Feuerwehr immer dann aus, wenn die Behörde mit den eingehenden Notrufen nicht mehr hinterherkommt. Auch Helfer der freiwilligen Feuerwehr wurde zur Unterstützung angefordert. Laut dem Sprecher sollen rund 400 Kräfte aushelfen.
In Wilhelmshaven hat "Xavier" einen rund tausend Tonnen schweren Hafenkran aus den Angeln gehoben - und ins Fahrwasser der Jade gestürzt.

Orkanböen mit Windstärke zwölf hätten den auf Schienen laufenden Kran angehoben, gedreht und umgekippt, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei. Der Verladebetrieb für den Kohleumschlag an der Niedersachsenbrücke wurde vorsorglich eingestellt.

Der Kran wurde völlig zerstört, mit den Schäden am Gleisbett wird der Gesamtschaden auf mehr als eine Million Euro geschätzt.
Der umgeknickte Kran Foto: WZ-Bilddienst
 
Der deutsche Wetterdienst hatte wegen Sturmtief "Xavier" vor orkanartigen Böen gewarnt. Der Sturm soll von der Deutschen Bucht aus einmal quer über Deutschland hinwegfegen - in der Nacht soll sich die Wetterlage aber erst mal beruhigen.
In Berlin ist wegen "Xavier" nun der komplette S-Bahn-Verkehr eingestellt worden.
Für Hamburg hob die Feuerwehr ihre Warnung mittlerweile wieder auf, sich nicht im Freien aufzuhalten. Mit dem Sturm hat die Feuerwehr nach eigenen Angaben aber noch viel Arbeit:

"Übrigens: Wir haben aktuell über 800 -Einsätze gemeldet bekommen und arbeiten diese ab.... Neben dem "normalen" "
Auch die Hamburger U-Bahn ist  laut Hochbahn vom Sturm betroffen. Aus Sicherheitsgründen gelte auf allen oberirdischen Strecken ein Tempolimit von 40 Stundenkilometern. 
Auch in Hannover rückten die Einsatzkräfte wegen umgestürzter Bäume aus, Dachverkleidungen wurden abgerissen. Ein Ast durchschlug die Windschutzscheibe eines fahrenden Autos. Nahe dem niedersächsischen Holzminden wurde eine Kreisstraße von einem umgestürzten Baum blockiert. In Werlte bei Osnabrück fuhr ein Autofahrer gegen einen umgestürzten Baum.
Diese Kinder trotzen am Strand auf der ostfriesischen Insel Wangerooge Wind - und auch Wellen. Foto: Peter Kuchenbuch-Hanken/dpa
 
Flugreisende müssen wegen des Sturms ebenfalls heftige Einschränkungen hinnehmen. Der Flughafen Bremen meldete drei gestrichene Flüge: von und nach Amsterdam sowie eine abgesagte Maschine aus Istanbul. Auch in Hannover fielen Verbindungen aus.

Am Hamburger Flughafen ist der Flugverkehr laut einer Sprecherin durch den Sturm nicht beeinträchtigt. Allerdings gebe es wegen der Sturmböen Schwierigkeiten beim Beladen der Flugzeuge. Die S-Bahn fuhr ebenfalls nicht mehr zum Airport.
Diese Lufthansa-Maschine am Flughafen Hannover muss ganz schön gegensteuern Foto: Julian Stratenschulte/dpa
 
Auch in Berlin ist "Xavier" bereits deutlich zu spüren: Wegen des Unwetters blieb die Internationale Gartenausstellung (IGA) im Stadtteil Marzahn dicht. "Die Schließung des IGA-Geländes dient der Sicherheit unserer Besucherinnen und Besucher", teilten die Veranstalter mit.

Auch Zoo und Tierpark wollten um 14 Uhr schließen. "Elefanten, Zebras und Giraffen (...) ziehen sich sicherheitshalber in ihre Stallungen zurück", hieß es.
Bei dem heftigen Sturm ist in Hamburg eine 54-jährige Frau in einem Auto ums Leben gekommen. Sie hatte als Beifahrerin im Wagen gesessen.

Ein Baum sei im Stadtteil Horn auf das Auto gefallen, mit dem sie und eine weitere Frau unterwegs waren, sagte eine Polizeisprecherin.
 
Der Unglücksort in Hamburg-Horn / Foto: Christophe Gateau/dpa
 
Die Hamburger Feuerwehr hat die Bevölkerung der Hansestadt aufgefordert, wegen des Sturms
nicht vor die Tür zu gehen.
"Halten Sie sich aktuell
nicht im Freien auf, bleiben Sie im geschützten Bereich
", teilte die
Feuerwehr mit.
Ein Sprecher sagte, die Hilfskräfte seien wegen mehrerer
eingeklemmter Personen und umgestürzter Bäume zu zahlreichen Einsätzen
ausgerückt.
Es liefen Dutzende Notrufe ein.

In Hamburg wechselten sich seit dem Mittag immer wieder
heftige Regenfälle und Stürme mit kurzen sonnigen Phasen ab.
Deutsche Bahn bestätigt: Bahnverkehr in Bremen, Hamburg, Niedersachsen & Schleswig-Holstein 3-4 Stunden eingestellt (inkl. S-Bahn). #Xavier
Feuerwehrleute in Hamburg-Niendorf: Zahlreiche Bäume knickten durch Sturm "Xavier" um. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa


Achtung: Aufgrund der aktuellen Wetterlage in Schleswig-Holstein, ist der Bahnverkehr erheblich eingeschränkt! *MM… twitter.com/i/web/status/9…

Die Deutsche Bahn hat wegen "Xavier" vorerst auch die Fernverkehrsstrecken Berlin-Hannover und Berlin-Hamburg eingestellt. Das teilte ein Bahnsprecher in Berlin mit. Man wolle damit vermeiden, dass Züge auf offener Strecke liegen bleiben.

Das Sturmtief beeinträchtigt den Bahnverkehr in ganz Norddeutschland. In Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen rollen derzeit keine Züge mehr. Auch der S-Bahn-Verkehr in Hamburg wurde wegen auf die Gleise oder in die Oberleitungen gewehter Bäume bis auf Weiteres eingestellt.
Sturm "Xavier" hat in Norddeutschland erhebliche Schäden angerichtet. Die Feuerwehren mussten zu Dutzenden Einsätzen ausrücken, auf vielen Bahnstrecken kam es zu Behinderungen.
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insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
heinzi55555 05.10.2017
1.
Auch im Süd - Osten von Sachsen-Anhalt stürmt es ganz schön. War kurz mit den Hunden draussen, bin aber schnell wieder rein, zu gefährlich. Aber das ist gar nichts, im Vergleich zu den Stürmen in der Karibik.
franziska_molsberg 05.10.2017
2. Eure "Social media Expertin"
Frau Mayer redet von einem "Fucking BAUM", der auf der Straße liegen soll - warum Bäume "fucking" sein sollen, erschließt sich mir nicht ganz und zeugt von fortgeschrittenem Sprachverfall, der dann auch noch medial breitgetreten wird, aber dahingestellt... Ich sehe nur keinen angeblich auf der Straße liegenden Baum. Liebe Redakteure, Baum hin oder her, muss man alles in den Artikel packen, was an sich wenig Aussagekraft besitzt, ganz vorsichtig ausgedrückt?
fletcherfahrer 05.10.2017
3. In Bremerhaven...
Zitat von heinzi55555Auch im Süd - Osten von Sachsen-Anhalt stürmt es ganz schön. War kurz mit den Hunden draussen, bin aber schnell wieder rein, zu gefährlich. Aber das ist gar nichts, im Vergleich zu den Stürmen in der Karibik.
...hat sich ein Ro/Ro-Schiff losgerissen und ist auf ein anderes zugetrieben. Dazwischen lag ein kleines Bunkerschiff das um ein Haar zerquetscht worden wäre. Die Leercontainer am CT sind reihenweise umgeweht worden. Genug Bäume hats auch erwischt, und Dächer sind abgedeckt worden. Man muss nicht auf die Karibik verweisen.
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