Sturz in 25-Meter-Schacht: Niedersachsen will "Heldin vom Osterwald" ehren

In Niedersachsen wird eine Erzieherin als Lebensretterin gefeiert. Die Kindergärtnerin war spontan einem Dreijährigen hinterhergesprungen, der in einen 25 Meter tiefen Schacht gestürzt war. Für ihren mutigen Einsatz soll sie nun die Rettungsmedaille des Landes erhalten.

Rettungsaktion: Einsatzkräfte befreien Kind und Erzieherin aus 25 Meter tiefem Schacht Zur Großansicht
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Rettungsaktion: Einsatzkräfte befreien Kind und Erzieherin aus 25 Meter tiefem Schacht

Osterwald - Sie bewahrte den Jungen vor dem Tod: Für ihre mutige Rettung eines Dreijährigen aus einem alten Bergwerksschacht soll eine Kindergärtnerin mit der niedersächsischen Rettungsmedaille geehrt werden. Ministerpräsident David McAllister habe vorgeschlagen, die als "Heldin vom Osterwald" gefeierte Erzieherin auszuzeichnen, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei am Mittwoch.

Die 37-jährige Frau war dem Jungen hinterhergesprungen, der 25 Meter tief in den schlecht gesicherten Schacht gestürzt war. Sie hielt das Kind bis zum Eintreffen von Rettungskräften eineinhalb Stunden lang im eiskalten Wasser an der Oberfläche. Der kleine Junge muss voraussichtlich noch eine Woche zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben, sagte die Sprecherin des Kreises Hameln-Pyrmont.

"Die Frau hat dem Kind mit ihrer herausragend couragierten Leistung des Leben gerettet", so McAllisters Sprecher. Der Ministerpräsident wolle sie für diesen Einsatz im Osterwald bei Salzhemmendorf im Weserbergland möglichst bald auszeichnen.

Die niedersächsische Rettungsmedaille wird an Menschen vergeben, die jemanden unter Einsatz des eigenen Lebens aus großer Gefahr retten. In den vergangenen vier Jahren sind 25 Menschen ausgezeichnet worden.

Schacht war zuletzt im Mai kontrolliert worden

Der Vorfall im Osterwald hat die Landesbehörden in Niedersachsen zum Handeln veranlasst. Es werde darüber nachgedacht, das Loch im Wald zu füllen, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. In den kommenden Monaten sollen zudem nach Angaben des Landesamtes für Bergbau alle bekannten Tagesöffnungen im Raum Osterwald kontrolliert werden.

Unterdessen haben die Behörden den Vorfall genauer untersucht. Nach Angaben des Landesamtes für Bergbau war die Abdeckung des Schachtes zuletzt im Mai kontrolliert worden. Das Loch sei mit Lärchenstämmen grundsätzlich "ausreichend" gesichert gewesen, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Möglicherweise sei das Loch durch starke Regenfälle aber größer geworden. Die Untersuchungen vor Ort hätten aber ergeben, dass "kein schuldhaftes Verhalten" vorliege, sagte sie. Bei Kontrollen war das Problem nicht entdeckt worden.

In Niedersachsen gibt es nach Angaben des Landesamtes etwa 4500 solcher Tagesöffnungen. Dabei handle es sich um die Stollen, die dokumentiert seien. Allerdings seien einige Schächte auch nicht bekannt, da dort noch vor der Einrichtung der Bergbehörden Stollen betrieben wurden.

wit/dpa/dapd

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