Südafrika Großwildjäger schießt auf Löwen - und wird erschossen

Ein Mann wollte seine Trophäensammlung mit einem Löwenkopf "zieren" und reiste für eine Safari nach Südafrika. Dort geriet er allerdings selbst in die Schussbahn.

Löwe
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Pero Jelinic aus Kroatien hatte nach Angaben eines Freundes bereits "alles gejagt, was man in Europa jagen kann". Deshalb buchte er eine Expedition nach Südafrika, um dort lebendes Großwild zu jagen. Doch Jelinic wurde am Samstag beim Versuch, zwei Löwen zu töten, selbst erschossen. Das berichtet die britische Zeitung "Daily Mail".

Wer Jelinic erschoss, ist laut Polizeibericht noch unklar - ebenso, ob es sich um einen Unfall gehandelt haben könnte. Jelinic wurde mit einem Hubschrauber ins nächste Krankenhaus geflogen, doch die Mediziner konnten ihn nicht retten.

"Wir ermitteln mit Verdacht auf fahrlässige Tötung", sagte Sabata Mokgwabone von der örtlichen Polizei der "Daily Mail". Man prüfe auch, ob illegaler Besitz von Schusswaffen und Munition im Spiel sei.

Tiere werden extra für Jäger in Gefangenschaft gehalten

Der 75-jährige Hotelier Jelinic befand sich mit seiner Safari-Gruppe im Nordwesten Südafrikas, nahe der Grenze zu Botswana. Auf dem eingezäunten Areal der Leeubosch Lodge werden Löwen extra in Gefangenschaft gehalten, damit Jäger sie erlegen können. Die Tiere haben keinerlei Möglichkeit zu entkommen. Solche Angebote sind zuletzt verstärkt in die Kritik geraten. (Lesen Sie hier mehr über die Beweggründe von Großwildjägern.)

BBC-Reportage: Großwildjagd in Afrika - Ein Urlaub zum Töten

2015 machte der Fall des amerikanischen Zahnarztes Walter P. Schlagzeilen, der den bekannten Löwen Cecil in Simbabwe mit einem Pfeil traf, ihn dabei aber nicht tötete. Erst 40 Stunden später erschossen die Jäger das Tier schließlich mit einem Gewehr. P. soll den Löwen zuvor aus einem Nationalpark - wo die Jagd illegal ist - herausgelockt haben.

2015 distanzierte sich die Vereinigung professioneller Jäger in Südafrika (PHASA) von der Jagd in geschlossenen Bereichen. PHASA-Mitglieder durften nicht mehr daran teilnehmen. Das Verbot hielt nicht lange: Bereits 2017 machte die PHASA einen Rückzieher, Tierschutzgruppen weltweit kritisierten den Schritt. (Großwildjagd in Afrika: kontrollierter Artenschutz oder martialisches Gemetzel? Hier sind die wichtigsten Fakten.)

mja



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