Südatlantik: Ölpest bedroht seltene Pinguinart

Ölalarm auf Tristan da Cunha: Nahe der Inselgruppe im Südatlantik ist ein Tanker auseinandergebrochen. Tausende Pinguine einer bedrohten Spezies sind mit Öl verschmiert. Zudem gefährdet die Katastrophe die Hummerfischerei - und damit die Lebensgrundlage der Einwohner.

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AP/ RSPB

Ölverschmierte Felsenpinguine: Bedrohte Spezies

London - Der Naturschutzbeauftragte von Tristan da Cunha, Trevor Glass, spricht von einer "Katastrophe": Auf der Inselgruppe im Südatlantik sind nach Behördenangaben 20.000 Pinguine von einer Ölpest bedroht.

Der in Malta registrierte Tanker "Oliva" war in der vergangenen Woche in der Nähe der zu der Inselgruppe gehörenden Insel Nightingale auf Grund gelaufen und auseinandergebrochen. Das auslaufende Öl gefährdet auch die Hummerfischerei, die einzige Lebensgrundlage für die etwa 275 Einwohner der Insel. "Tristan ist auf Hummerfischerei angewiesen. Die Einnahmen halten diese Insel über Wasser", sagte ein Behördensprecher.

Die Inselgruppe ist Teil des britischen Überseegebiets und liegt zwischen Afrika und Südamerika im Atlantik - mehr als 2.800 Kilometer vom Festland entfernt. Die Region ist Heimat für rund 200.000 Pinguine, unter ihnen beinahe die Hälfte des weltweiten Bestands des Nördlichen Felsenpinguins, der als bedrohte Spezies eingestuft wird.

Ein Bergungsschlepper aus Südafrika erreichte Tristan da Cunha am Montag. An Bord ist auch ein Seevogel-Spezialist, der den Schaden begutachten soll. Zudem erwarten die Behörden auch ein Team zur Reinigung der Pinguine.

Die Sorge gelte auch der übrigen Tierwelt von Nightingale, sagte der Biologe Richard Cuthbert von der Königlichen Gesellschaft zum Schutz von Vögeln. Sollten Ratten vom Schiff auf das Land kommen, wäre das verheerend für die Insel, auf der es bislang keine Nagetiere gibt. "Wenn die Ratten sich hier festsetzen, wären die Auswirkungen verheerend."

Die Abgelegenheit der Insel erschwert die Rettungsversuche. Gewöhnlich kommen pro Jahr nur neun Schiffe aus Kapstadt an. Auf Nightingale gibt es kein Trinkwasser. Deshalb müssen die verschmutzten Pinguine erst zur Hauptinsel gebracht werden.

Die "Oliva" ist laut der Schiffsdatenbank " vesseltracker.com" 225 Meter lang und 32 Meter breit. Das Schiff war auf dem Weg von Brasilien nach Singapur. Es hatte 1.650 Tonnen Öl und 66.000 Tonnen Sojabohnen geladen. Die 22-köpfige Besatzung konnte gerettet werden, bevor das Schiff auseinanderbrach.

ulz/dapd

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