Südeuropa Mehrere Tote bei Beben in Spanien

Bebenalarm auf der iberischen Halbinsel: Ein heftiger Erdstoß hat den Süden Spaniens erschüttert. Besonders schwer betroffen ist die Stadt Lorca. Dort stürzten Häuser ein, es gab Tote.

DPA

Madrid - Im Südosten Spaniens hat am Mittwoch die Erde gebebt: Nach Angaben von Seismologen hatte das Beben eine Stärke von 5,1, andere Quellen sprachen von 5,3. Medienberichten zufolge verursachten die Erschütterungen vor allem in der Stadt Lorca in der Region Murcia Schäden. Dort stürzten mehrere Gebäude ein.

Die Behörden waren zunächst von mindestens zehn Toten ausgegangen, reduzierten die Bilanz in der Nacht dann aber auf acht Opfer. Allerdings schlossen sie nicht aus, dass unter den Trümmern eingestürzter Gebäude noch weitere Menschen gefunden werden könnten. Unmittelbar nach dem Beben war in ersten Berichten von vier Todesopfern in den eingestürzten Häusern und durch herunterfallende Trümmerteile die Rede gewesen.

Medienberichten zufolge erlitten Dutzende Menschen Verletzungen. Die Regionalregierung in Murcia erklärte, ein Krankenhaus in der Stadt Lorca sei evakuiert worden. Dutzende Patienten wurden in andere Krankenhäuser verlegt. Zahlreiche Verletzte würden vor Ort versorgt, außerdem werde ein Feldlazarett eingerichtet.

Das Fernsehen zeigte Bilder eines reglosen Menschen inmitten von Trümmern. Ob es sich um einen Toten handelte, war aber unklar. Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero entsandte eine Spezialeinheit der Armee ins Erdbebengebiet. "Wir versuchen herauszufinden, ob Personen in den eingestürzten Häusern sind", sagte Bürgermeister Jodar. "In allen Teilen des Stadt hat es Schäden gegeben."

Einwohner rennen in Panik auf öffentliche Plätze

"Ich habe eine fürchterlich starke Bewegung gespürt, gefolgt von viel Lärm, und ich hatte wirklich Angst", sagte eine Einwohnerin von Lorca, Juani Avellanada, "El País". Juana Ruiz sagte dem Blatt zufolge, alle Möbel in ihrem Haus seien umgestürzt.

Fernsehbilder zeigten alte Gebäude in der Stadt, darunter ein Glockenturm, die eingestürzt waren. Zudem war zu sehen, wie große Teile von der Fassade einer Kirche herabstürzten. Einwohner versammelten sich in Panik auf öffentlichen Plätzen und riefen mit Mobiltelefonen Verwandte und Freunde an. "Das gesamte Zentrum ist betroffen", sagte der Regierungsvertreter Rafael González Tovar in Murcia.

Lorca hat rund 100.000 Einwohner und liegt rund 50 Kilometer südwestlich der Regionalhauptstadt Murcia. Das Beben ereignete sich um 18.47 Uhr. Nach ersten Angaben der weltweit registrierenden US-Erdbebenwarte USGS lag das Zentrum in einer Tiefe von etwa einem Kilometer. Die Entfernung des Erdbebenzentrums nach Alicante betrug demnach 118 Kilometer und die nach Almeria 124 Kilometer.

Vorausgegangen waren um 17.05 Uhr leichte Erschütterungen der Stärke 4,4. Dabei waren keine Menschen zu Schaden gekommen. Die Erdstöße des schwächeren Bebens waren in Murcia sowie in Cartagena und Albacete zu spüren.

Zahlreiche Menschen liefen bereits nach den ersten Erdstößen aus Büros und Wohnungen ins Freie. Nach Angaben des staatlichen Rundfunks RNE wurden bereits durch das schwächere Beben mehrere Gebäudefassaden beschädigt. In Wohnungen stürzten Einrichtungsstücke zu Boden. Bei der Notrufzentrale gingen so viele Anrufe ein, dass die Telefonverbindungen zusammenbrachen.

Auch im April vergangenen Jahres hatte es ein Erdbeben in Südspanien gegeben. Es hatte unterschiedlichen Messungen zufolge eine Stärke von 6,2 beziehungsweise 4,8 auf der Richter-Skala. Das Epizentrum lag nahe der Stadt Granada.

ulz/AFP/Reuters/dapd



© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.