Südfrankreich Selbsternanntes Qaida-Mitglied nimmt Geiseln in Toulouse

Im südfranzösischen Toulouse hat ein Mann bei einem Banküberfall vier Geiseln genommen, zwei davon inzwischen aber freigelassen. Er gab sich selbst als Mitglied des Terrornetzwerks al-Qaida aus. Der Täter soll etwa 30 Jahre alt und polizeibekannt sein.


Toulouse - Ersten Erkenntnissen zufolge drang der Täter gegen 11.00 Uhr in die Bank CIC ein: In Toulouse hat ein Mann zunächst vier Geiseln genommen, eine Frau und eine weitere Geisel aber wenig später wieder freigelassen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Derzeit würde mit dem Angreifer verhandelt, gab die Polizei bekannt. Staatsanwalt Michel Valet erklärte, der Mann habe aus "religiöser Überzeugung" und nicht "des Geldes wegen" gehandelt. Der Mann soll sich als Mitglied von al-Qaida bezeichnet haben. Darauf gibt es aber bisher keinen Hinweis. "Die wahrscheinlichste Hypothese ist, dass dieser Typ verrückt ist", zitiert AFP eine Quelle aus Ermittlerkreisen. Dies bedeute aber nicht, dass der Mann weniger gefährlich sei.

Mit einem Gewehr bewaffnet habe der Täter die Filiale im Zentrum von Toulouse betreten und vier Menschen in seine Gewalt gebracht, darunter den Filialdirektor, teilte die Polizei mit. Ein Schuss sei abgefeuert, jedoch niemand verletzt worden. Der Nachrichtensender BFMTV berichtete, der Mann habe kurz darauf Gespräche mit der Spezialeinheit Raid der französischen Polizei gefordert.

Die Umgebung der Bank CIC wurde abgesperrt, umliegende Gebäude wurden evakuiert, darunter eine private Sprachenschule, die von Vier- und Fünfjährigen besucht wird. Beamte der französischen Sondereinsatz-Polizei GIPN trafen am Schauplatz ein. Das Pariser Hauptquartier der CIC stehe in Kontakt mit der Polizei in Toulouse, teilte Bankensprecher Bruno Brouchiquan mit.

Der Geiselnehmer soll rund 30 Jahre alt und polizeibekannt sein. Nähere Einzelheiten teilten die Ermittler zunächst nicht mit.

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Geiselnahme: Alarm in Toulouse
Erst im März hatte der 23-jährige Mohammed Merah in Toulouse drei Soldaten, einen Rabbi und drei jüdische Kinder getötet. Auch er hatte sich als al-Qaida-Mitglied bezeichnet. Merah wurde später von Eliteeinheiten der Raid erschossen. Sein Vater hat vor Gericht Klage wegen Mordes erhoben.

ala/hut/dapd/AFP



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