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Südpazifik: Schweres Erdbeben löst Tsunami aus

Karte des Pacific Tsunami Warning Center: Epizentrum in 28,7 Kilometern Tiefe Zur Großansicht
REUTERS/ NOAA

Karte des Pacific Tsunami Warning Center: Epizentrum in 28,7 Kilometern Tiefe

Ein Erdbeben der Stärke 8,0 hat im Südpazifik eine kleine Flutwelle ausgelöst. Zwischenzeitlich waren in der Region Tsunami-Warnungen aktiv, sie wurden aber wieder aufgehoben. Nach ersten Berichten sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen.

Manila - Ein schweres Erdbeben im Südpazifik hat am Mittwoch einen kleinen Tsunami ausgelöst. Die knapp einen Meter hohe Flutwelle habe die Salomon-Inseln erreicht, teilten das Tsunami-Warnzentrum für den Pazifik (PTWC) mit. Die Tsunami-Warnung für eine ganze Reihe von Inseln im Südpazifik wurde nach mehreren Stunden wieder aufgehoben.

Der Regierungssprecher der Salomonen, Robert Iroga, sagte der BBC, es seien mindestens vier Menschen ums Leben gekommen, mehrere würden noch vermisst. "Unser Hauptfokus ist im Moment, dass der Flughafen wieder geöffnet wird, um Hilfsmittel einzufliegen", sagte Iroga.

Das Beben hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte eine Stärke von 8,0. Es ereignete sich demnach am Mittwochmorgen um 02.12 Uhr (MEZ) zwischen den Salomon-Inseln und der nordöstlich von Australien gelegenen Inselrepublik Vanuatu in einer Tiefe von 28,7 Kilometern. Die Tiefe war zunächst auf 5,8 Kilometer geschätzt worden, die Behörde korrigierte später ihre Angabe.

Nach Berichten des örtlichen Rundfunks sind auf den Salomonen drei Dörfer durch den Tsunami zerstört worden. Wie viele Menschen sich dort aufhalten, war unklar. Nach Angaben der Hilfsorganisation WorldVision ergab eine Volksbefragung vor 13 Jahren, dass in der Umgebung 781 Familien lebten.

"Wellen kamen innerhalb von fünf Minuten"

World Vision hat Projekte in der Nähe des Epizentrums in Santa Cruz. "Unsere Mitarbeiter in der Provinz Temotu spürten das Beben und sagen, dass innerhalb von fünf Minuten die Wellen kamen, die auch die Landebahn überspülten", berichtete der World Vision-Länderdirektor auf den Salomonen, Andrew Catford.

"Wir hoffen, dass die Menschen sich in Sicherheit bringen konnten, bevor die Wellen kamen", sagte eine Mitarbeiterin des deutschen Honorarkonsuls in der Hauptstadt Honiara telefonisch. Sie habe das Beben in der Hauptstadt nicht gespürt. Honiara ist etwa 600 Kilometer von der betroffenen Küste entfernt.

Die Tsunami-Warnung des Warnzentrums auf Hawaii galt für die Salomon-Inseln, Vanuatu, Nauru, Papua-Neuguinea, Tuvalu, Neu-Kaledonien, Kosrae, Fidschi, Kiribati sowie für Wallis und Futuna. Für Australien und Japan bestand keine Warnung.

Wenn zwei Stunden nach der erwarteten Ankunftszeit des Tsunamis keine größeren Wellen zu sehen seien, dann könnten die örtlichen Behörden davon ausgehen, dass die Bedrohung vorüber sei, teilte das Warnzentrum mit.

Die seit 1978 unabhängigen Salomonen liegen auf dem Pazifischen Feuerring. An dem hufeisenförmigen Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean umgibt und fast die gesamte Pazifische Platte umschließt, stoßen gleich mehrere Kontinentalplatten und ozeanische Platten aneinander.

Die Inseln waren erst im Jahr 2007 von einem Tsunami heimgesucht worden, der große Schäden angerichtet und 13 Dörfer zerstört hatte. Mindestens 50 Menschen wurden damals getötet, Dutzende blieben vermisst. Damals hatte ein Beben der Stärke 8,1 die Flutwelle ausgelöst.

bim/Reuters/dpa/AFP

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Erdbebenstärken
Die Richterskala
Die Stärke eines Erdbebens wird mit Hilfe der Richterskala und anderer Skalen beschrieben. Der jeweils angegebene Wert, die Magnitude , kennzeichnet dabei die freigesetzte Energie.

Mittels Seismografen werden die Maximal amplituden (also die Ausschläge der Nadel) bestimmt, die umgerechnet von Erdbeben in 100 km Entfernung erzeugt worden wären. Der dekadische Logarithmus der gemessenen Maximalamplituden ergibt die Magnitude. Die Erhöhung der Magnitude um 1 bedeutet dabei eine 33-fach höhere Energiefreisetzung – ein Erdbeben der Magnitude 5,0 ist also 33-mal so stark wie eines der Magnitude 4,0. Die Skala wurde 1935 von Charles Francis Richter und Beno Gutenberg am California Institute of Technology entwickelt.

Genau genommen werden Erdbebenstärken jedoch heute in der Moment-Magnituden-Skala angegeben. Sie berücksichtigt neben der Energie auch die Größe des gebrochenen Gesteins. Die Bruchfläche lässt sich aus der Erdbebenmessung vieler Seismografen berechnen.
Die Auswirkungen
Grob lassen sich die typischen Effekte der Erdbeben in der Nähe des Epizentrums folgendermaßen beschreiben:
  • - Stärke 1-2: nur durch Instrumente nachweisbar
  • - Stärke 3: nur selten nahe dem Epizentrum zu spüren
  • - Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden
  • - Stärke 6: mittelschweres Beben, Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen
  • - Stärke 7: starkes Beben, das zu Katastrophen führen kann
  • - Stärke 8: Groß-Beben
Weltweit ereignen sich jährlich etwa 50.000 Beben der Stärke drei bis vier, 800 der Stärke fünf oder sechs und durchschnittlich ein Groß-Beben. Das stärkste auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile .
Skala der Erschütterungsstärken von Erdbeben
Unterschied zur Richterskala
Die Skala der Erschütterungsstärken beziehen sich NICHT auf die RICHTERSKALA, SONDERN auf die zwölfstufige INTENSITÄTEN-SKALA. Die Richterskala ist ein Maß für die bei Erdbeben freigesetzte Energie. Die Intensitäten-Skala hingegen beschreibt die Einwirkung der seismischen Wellen auf Gegenstände - die Werte werden kleiner mit der Entfernung zum Bebenherd. Intensität 9 entspricht ungefähr einem Beben der Stärke 6,5 auf der Richterskala, das in der Nähe stattfindet. Das Japan-Beben hatte die Stärke 9, was Erschütterungen der Stärke 12 zufolge hatte.
I - Nicht gespürt
Keinerlei Wahrnehmungen durch Menschen.
II - Sehr selten gespürt
Nur von sehr wenigen Personen (< ein Prozent) in Ruhe und in sehr empfindlicher Position innerhalb von Gebäuden wahrgenommen.
III - Schwach
Von wenigen Personen in Gebäuden wahrgenommen als leichtes Schwingen oder Vibrieren.
IV - Weitgehend beobachtet
In Gebäuden von vielen, im Freien aber nur von sehr wenigen Personen wahrgenommen; einige wachen auf; leichtes Schwingen oder Vibrieren von Gebäuden, Möbel, etc., Rütteln von Fenstern und Türen, Knarren von Balken; hängende Objekte schwingen.
V - Stark
In Gebäuden von den meisten und im Freien von einigen wahrgenommen; einige rennen erschrocken ins Freie, viele Schlafende erwachen; starke Erschütterungen des ganzen Gebäudes, Raums und von Möbeln; hängende Objekte schwingen erheblich, labil aufgestellte können sich verschieben oder fallen um; Flüssigkeiten schwingen und können überschwappen, Türen und Fenster können auf- und zuschlagen; wenige Gebäude schlechter Bausubstanz können leichte Schäden aufweisen.
VI - Geringe Schäden
Viele Leute rennen verängstigt ins Freie. Einige Objekte fallen um, Möbel können rutschen. Viele Häuser erleiden geringe Schäden wie Haarrisse oder Abfallen kleiner Putzflächen.
VII - Schäden
Die meisten Leute rennen verängstigt ins Freie. Möbel können verrückt und viele Gegenstände aus Regalen geworfen werden. Viele gut gebaute gewöhnliche Bauten erleiden mäßige Schäden wie kleine Risse in Wänden, Abfallen von Putz, Abbrechen von Schornsteinteilen. Bei älteren Gebäuden können größere Risse in Wänden auftreten; nichttragende Wände können einstürzen.
VIII - Starke Schäden
Viele Leute haben Schwierigkeiten stehenzubleiben. Viele Häuser weisen große Risse in den Wänden auf. Einige gut gebaute, normale Bauten zeigen ernsthafte Versagensschäden von Wänden. Schwache ältere Gebäude können einstürzen.
IX - Zerstörend
Allgemeine Panik. Viele schwache Konstruktionen stürzen ein. Sogar gut gebaute, normale Bauten zeigen sehr schwere Schäden, z.B. schwerwiegendes Versagen von Wänden und teilweise auch strukturelles Versagen.
X - Stark zerstörend
Viele normale Bauwerke stürzen ein.
XI - Verwüstend
Die meisten gut gebauten, normalen Bauwerke stürzen ein, sogar einige mit guter, erdbebensicherer Bauweise werden zerstört.
XII - Totale Zerstörung
Alle Gebäude schlechter bis mittelguter Bausubstanz und die meisten mit guter Bausubstanz (holz-, stahl- oder stahlbetonverstärkt) werden zerstört. Maximale Schäden und Landschaftsveränderungen.


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