Bürgerkrieg Oxfam warnt vor Hungersnot im Südsudan

Im Südsudan sind nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam Millionen Menschen von einer Hungersnot bedroht. Vier Jahre Konflikt und Bürgerkrieg hätten die Vorräte der Menschen aufgezehrt.

Menschen im Südsudan warten auf Lebensmittel aus Hilfsaktion (Archiv)
DPA

Menschen im Südsudan warten auf Lebensmittel aus Hilfsaktion (Archiv)


Die Hilfsorganisation Oxfam warnt vor einer Hungersnot im Bürgerkriegsland Südsudan. Im Kreis Pibor im Bundesstaat Boma leide bereits ein Fünftel der Haushalte unter Hunger, teilte Oxfam mit. Vier Jahre Konflikt und Bürgerkrieg hätten die Vorräte der Menschen aufgezehrt und landesweit die Selbsthilfemöglichkeiten der Gemeinden erschöpft.

In Pibor hätten zudem Schädlingsbefall und Überschwemmungen die Ernten vernichtet, so die Hilfsorganisation. Mit Einsetzen der Regenzeit müsse ein Großteil der Nahrung aus der Hauptstadt Juba eingeflogen werden - und werde damit für viele Menschen zu teuer.

Der Südsudan war 2011 vom Sudan unabhängig geworden. Im Dezember 2013 entflammte in dem neu gegründeten Land ein blutiger Konflikt. Seitdem wurden Zehntausende Menschen getötet und fast vier Millionen Menschen in die Flucht getrieben.

Oxfam: Dringender Handlungsbedarf

Schon 2017 hatte es im Sudsudan eine schwere Hungerkrise gegeben, in den zwei Kreisen wurde offiziell eine Hungersnot ausgerufen. Massive internationale Hilfe habe geholfen, eine noch größere Krise zu verhindern, erklärte Oxfam. Aber nach den Missernten des vergangenen Jahres stehe der Südsudan nun wieder am Rande der Katastrophe.

"Auf die formelle Ausrufung einer Hungersnot zu warten, reicht nicht aus", warnte Oxfams Landesdirektor für den Südsudan, Nicolo Di Marzo. Die Menschen vor Ort seien verzweifelt. Eine Frau in Pibor habe berichtet, dass ihre Familie schon Gras und Unkraut auskoche. "Davon werden sie zwar krank, aber es ist ihre einzige Chance zu überleben", sagte Di Marzo.

Internationale Hilfe habe die Hungersnot bisher in Grenzen halten können. Der Bedarf steige aber in einem Maße, "dass Oxfam und andere Hilfsorganisationen kaum mehr Schritt halten können", warnte Di Marzo. Ähnliche Entwicklungen beobachteten die Helfer landesweit. Es müsse dringend gehandelt werden. "Ohne Frieden wird der Hunger nicht aufhören, den Südsudan heimzusuchen."

Oxfam versorgt im Südsudan nach eigenen Angaben über 550.000 Menschen mit Nahrung und sauberem Trinkwasser und unterstützt sie dabei, Einkommen zu erwirtschaften und ihre Familien vor Krankheiten zu schützen.

wit/AFP



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