Suizidversuch WM-Beauftragter schießt sich in den Kopf

Der WM-Beauftragte des Berliner Senats, Jürgen Kießling, hat sich bei einem Suizidversuch lebensgefährlich verletzt. Nach dem Finale der Fußball-Weltmeisterschaft schoss er sich mit einer Pistole in den Kopf. Die Hintergründe sind bislang unklar.


Berlin - Die Berliner Polizei bestätigte heute den Selbstmordversuch Kießlings. "Mehr sagen wir dazu nicht", erklärte ein Sprecher. Zeitungsberichten zufolge hat sich der 65-Jährige unmittelbar nach dem Finale der Fußball-Weltmeisterschaft am Sonntagabend in seinem Haus im Bezirk Reinickendorf mit einer Pistole in den Kopf geschossen. Ein Nachbar habe den Schuss gehört und die Feuerwehr alarmiert. Der Verletzte sei von einem Notarzt in ein Krankenhaus gebracht worden.

Jürgen Kießling: "Er hat alles gemacht"
DPA

Jürgen Kießling: "Er hat alles gemacht"

Der Senatsbeamte hat nach Informationen der "Berliner Zeitung" zwei Abschiedsbriefe hinterlassen, einen an seine minderjährige Tochter, mit der er zusammenlebte, einen an den Rest der Familie. Kießlings Frau war bereits vor Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Wie das Blatt aus Polizeikreisen erfahren haben will, habe der Witwer unter anderem Probleme "im politischen Bereich" gehabt. Genauer äußerte sich die Quelle nicht.

Kießling war maßgeblich an der Organisation der Fußball-WM in Berlin beteiligt. Senatssprecher Michael Donnermeyer sagte der "Berliner Zeitung", er sei schockiert. Zwei Jahre habe er intensiv mit Kießling zusammengearbeitet. "Er hat alles gemacht", sagte Donnermeyer. Behördenintern sei Kießling "Mister WM" genannt worden.

str/ddp



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