Suspendierung Justizbeamter soll Ku-Klux-Klan-Maske getragen haben

Zwei Beamte der Justizvollzugsanstalt Butzbach sind wegen "inakzeptablen Verhaltens" gegenüber einem Gefangenen vom Dienst suspendiert worden. Sie sollen den Farbigen mit einer Ku-Klux-Klan-Maske erschreckt haben.


Wiesbaden - Wie das hessische Justizministerium heute mitteilte, habe sich der Vorfall bereits Ende März ereignet. Im Beisein seines Kollegen soll einer der Angestellten eine Stoffmaske aufgesetzt haben, die denen des berüchtigten Ku-Klux-Klan ähnelte. Damit sollen die Wächter einem US-amerikanischen Gefangenen absichtlich Angst eingejagt haben. Der Ku-Klux-Klan ist eine rassistische Terrororganisation aus den Vereinigten Staaten.

Das Justizministerium in Wiesbaden übernahm die disziplinarischen Ermittlungen. Gleichzeitig laufe ein Ermittlungsverfahren bei der Gießener Staatsanwaltschaft. Hessens Justizminister Christean Wagner (CDU) äußerte sich entsetzt. Dies sei "ein völlig inakzeptabler Vorfall". Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, werde hart durchgegriffen, kündigte er an.

Laut Ministerium fühlte sich der betroffene Gefangene beleidigt und wegen seiner Hautfarbe diskriminiert. Durch seine Ehefrau informierte er das US-Konsulat über den Vorfall. Die Vizekonsulin habe den Gefangenen am 27. April besucht, die Anstaltsleitung aber nicht von dem Inhalt des Gespräches unterrichtet. Der JVA-Leiter habe erst am 3. Mai über den Anwalt des Häftlings von dem Vorfall erfahren. Der Gefangene wurde inzwischen verlegt.



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