Swank bei Kadyrow: Happy Birthday, Mister Machthaber

Tschetscheniens umstrittener Präsident Kadyrow schmückt sich gerne mit Prominenten: Lothar Matthäus spielte mit ihm Fußball, nun besuchte Hilary Swank eine Feier in Grosny. Woher das Geld für die pompöse Party stammt? Darauf hat der Machthaber eine ganz eigene Antwort.

Swank und Co.: Pompöse Party für Kadyrow Fotos
AP

Moskau - Mit Auftritten für umstrittene Herrscher ist es so eine Sache. So wurden viele Popstars dafür kritisiert, dass sie sich vom Gaddafi-Clan für Privatkonzerte anheuern ließen - für fette Gagen. Popsängerin Nelly Furtado zum Beispiel schämte sich Jahre später offenbar dermaßen, dass sie ankündigte, ihre Gage von einer Million Dollar zu spenden.

Auch Tschetscheniens Präsident Ramsan Kadyrow ist umstritten, Menschenrechtler werfen ihm Verstrickungen in Auftragsmorde und Verschleppungen vor. Er schmückt sich ebenfalls gerne mit Prominenten an seiner Seite - und viele folgen dem Ruf aus Grosny. Lothar Matthäus spielte im Frühjahr für eine Auswahl des Machthabers Fußball. Und als nun in der tschetschenischen Hauptstadt eine pompöse Feier anstand, treffenderweise am 35. Geburtstag des Präsidenten, da nahmen mehrere internationale Stars die Einladung an.

Oscar-Preisträgerin Hilary Swank hauchte "Happy Birthday, Mr. President", ins Mikrofon, Geigerin Vanessa Mae gab ihr Können zum Besten, Action-Schauspieler Jean-Claude van Damme saß in der ersten Reihe neben Kadyrow. Offizieller Anlass des Festes am Mittwochabend waren der "Tag der Stadt Grosny" und die Einweihung eines neuen Luxusviertels in der einst vom Bürgerkrieg zerstörten Stadt. Doch natürlich ließ sich auch Kadyrow gebührend feiern.

Die gebeutelte Kaukasus-Republik ist finanziell stark von Russland abhängig. Allein Maes halbstündiger Auftritt soll rund 500.000 Dollar gekostet haben. Auf die Frage, woher das Geld für so pompöse Feiern komme, gibt es zwei Versionen von Kadyrows Antwort - beide sind alles andere als überzeugend. "Allah gibt es", zitierte die russische Regierungszeitung "Rossiskaja Gaseta" den Republikchef. Ebenso überliefert ist Kadyrows Antwort, er wisse selbst nicht so genau, wo das Geld herkomme.

Vor diesem Hintergrund scheint ein Popstar die richtige Entscheidung getroffen zu haben: Shakira hatte schon vor dem Fest mitgeteilt, dass sie entgegen anderslautender Berichte nicht für Kadyrow auftreten werde.

hut/dpa/AFP

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