Schwerer Unfall in Swasiland Tod auf dem Weg zum Königstanz

In Swasiland tanzen jedes Jahr 40.000 Mädchen barbusig vor dem König. Er sucht sich bei dem Tanz seine Ehefrauen aus - die dann im Luxus leben dürfen. Ein Laster mit 50 Frauen auf der Ladefläche ist nun bei der Anreise verunglückt.

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Mswati III. liebt die Verschwendung und das Brauchtum. Einmal im Jahr lässt der König von Swasiland 40.000 kinderlose Frauen beim Schilfrohr-Tanz antreten. Sie sollen seiner Mutter barbusig ihre Reverenz erweisen. Zwei seiner 13 Ehefrauen soll sich der König dort ausgesucht haben. Die Wahl ist für die Frauen ein Weg aus der Armut: 2009 verjubelten fünf Ehefrauen von Mswati III. während eines einzigen Trips sechs Millionen Dollar.

Mindestens 38 junge Frauen sind nun bei der Anreise zu der Veranstaltung tödlich verunglückt, 20 weitere sollen verletzt sein. Das berichten die Nachrichtenagenturen AP und dpa unter Berufung auf eine Menschenrechtsgruppe. Örtliche Medien, die in Swasiland der Zensur unterliegen, berichteten zunächst von sieben Toten.

Die Frauen saßen auf der Ladefläche eines Lasters, der auf einen anderen auffuhr. Die Polizei hatte auf der Hauptstraße zwischen Mbabane und Manzini ein Auto angehalten, der dahinter fahrende Laster mit rund 50 Frauen an Bord konnte nicht mehr bremsen, raste in das Auto - und wurde von einem zweiten Laster gerammt.

Ein Polizeisprecher wollte den Vorfall gegenüber der Nachrichtenagentur AP nicht kommentieren. Fotografen und Journalisten wurden von der Unfallstelle weggeschickt.

Mswati III. regiert sein kleines Imperium seit 28 Jahren so absolutistisch und uneingeschränkt wie kein anderer Monarch in Afrika. Sein Vermögen wird auf mehrere Hundert Millionen Dollar geschätzt. Während er sein Leben in Saus und Braus zelebriert, leben knapp 70 Prozent der Swasis unter der Armutsgrenze. Das kleine Königreich hat eine der höchsten Aids-Raten und die niedrigste Lebenserwartung der Welt.

vet/dpa/AP



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