Gesägt, getan Das war mal Brennholz

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Für den Ofen zu schade: Beim Versuch des Brennholz-Upcyclings stellt sich ein Aha-Effekt ein. Es kann auch Vorteile haben, auf dem Holzweg zu sein.

Wir alle haben unsere Lieblinge. Jogi Löw mag seine erfahrenen Spieler, der deutsche Tourist Mallorca, die Kuh saftiges Gras. Wenn ich meinen Favoriten unter den Werkstoffen aussuchen müsste, bräuchte ich nicht lange zu überlegen. Bei jemandem, der so für hübsch abgeschliffene und eingeölte Küchenarbeitsplatten schwärmen kann wie ich, muss die Antwort "Holz" lauten.

Leider ist Holz teuer, Massivholz ganz besonders. Wissen Sie, was eine gut abgelagerte Eichenbohle kostet, wenn man überhaupt an eine rankommt?

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Heimwerker-Bastelei: Das Projekt Brennholz-Upcycling

Ja, ich weiß, Fichte oder Kiefer kriegt man im Baumarkt verhältnismäßig günstig. Aber immer nur mit Holz basteln, das mich doch sehr an die vertäfelten Zimmerdecken meiner Achtziger- und Neunzigerjahrekindheit erinnert? Nee, lieber nicht. Man will ja auch nicht jeden Tag Kartoffelsalat essen, obwohl er zweifellos gut schmeckt.

Dank der Freundlichkeit eines örtlichen Tischlers ist mein Holzvorrat deutlich hochwertiger geworden. Bei mir warten zwei Stücke Eichenbohle, ein großes Stück Buche, ein halbes Dutzend Mahagonibälkchen, ein großes Stück Meranti und diverse weitere Schätze darauf, verarbeitet zu werden.

Wenn ich daraus etwas baue, soll es vernünftig werden. Sonst wäre der Holzschatz verschwendet und nur noch zum Verbrennen geeignet. Um das zu vermeiden, entschied ich mich für den umgekehrten Weg: Ich wollte aus Holz, das eigentlich zum Verbrennen vorgesehen war, etwas bauen - quasi als Testlauf.

Brennholz hatte ich noch genug, Buche, Eiche, seit vier Jahren abgelagert, äußerlich rissfrei. Die Holzfeuchtigkeitsfetischisten werden sicherlich sagen, dass die Ware immer noch viel zu feucht gewesen sein dürfte. Mag sein. War mir aber egal.

Der lange Weg zu den Brettchen

Um meine Erfolgschancen zu erhöhen, entschied ich mich, mehrere Versuchsobjekte zu bauen: drei kleine Tabletts. Die Größe wurde durch die Größe der Holzscheite bestimmt.

Der Einfachheit halber wollte ich die Scheite in einen Zentimeter dicke Streifen zersägen. Sagen wir so: Ich musste ziemlich lange am Abrichthobel stehen, bis die Scheite für die Kreissäge bereit waren. Doch irgendwann lagen auf der Werkbank tatsächlich gut 20 Brettchen.

Für die Böden der Tabletts hätte ich auch Sperrholz nehmen können. Aber wo wäre da die Herausforderung gewesen? Stattdessen leimte ich die breitesten Streifen zusammen.

Nach diesem Arbeitsschritt musste ich mich von Tablett Nummer eins verabschieden. Winzige Unebenheiten in den geleimten Böden hätten sich mit Schleifpapier und Hobel ausgleichen lassen. Doch einer war so krumm, dass er direkt in die Restekiste für das nächste Lagerfeuer wanderte.

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Gesägt, getan

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Keine Ahnung, was ich falsch gemacht habe - die anderen beiden Böden waren sehr eben, obwohl ich bei ihnen nichts anders gemacht oder die vielen Schraubzwingen anders angebracht hatte. Ich versuchte, es positiv zu sehen: Zwei von drei Böden beim ersten Versuch ist doch gar keine so miserable Quote. Und im weiteren Verlauf musste ich auch kein weiteres Tablett dem Brennholzvorrat zuschlagen - auch wenn sie für Perfektionisten vermutlich dort hingehören.

Denn die Tablettchen sind weit davon entfernt, makellos zu sein. Und sie sind bestenfalls groß genug, um einen Kuchenteller zu transportieren. Aber als Ergänzung für den restaurierten Kinder-Kaufmannsladen oder Ablagefach für Schlüssel taugen sie allemal.

Ich finde es faszinierend, wie mit Hobel, Säge und Schleifpapier aus einem grobschlächtigen Klotz so etwas vergleichsweise Filigranes entstehen kann. Das Brennholz hat wirklich innere Werte. Die Maserung finde ich so schön, dass die fast über die Fehler beim Bauen hinwegtäuscht.

Als ich die beiden fertigen (noch ungeölten) Tabletts betrachtete, dachte ich: Eigentlich ist dieses Holz zum Verbrennen viel zu schade. Und: Das Tablett aus Mahagoni und der Getränkehalter aus Eiche können kommen!


P.S. Ich bin Ihnen noch die Lösung des Heimwerker-Wissenstests aus der vergangenen "Gesägt, getan"-Folge schuldig. Die Gewinner der Verlosung werden so schnell wie möglich benachrichtigt.

Die richtigen Lösungen lauten C - A - C - C - C, im Einzelnen:

Frage 1: Löcher in Fliesen lassen sich mit Nagellack optisch kaschieren.

Frage 2: Eschenholz ist besonders für Spatenstiele geeignet.

Frage 3: Der einzige falsche Tipp war, dass es beim Akkuschrauber-Kauf ein teures Gerät sein sollte.

Frage 4: In hiesigen Breitengraden sollte ein Fundament im Garten mindestens 80 Zentimeter tief reichen, um frostsicher zu sein.

Frage 5: Man sollte beim Mähen nie mehr als ein Drittel des Halms abschneiden, sonst schwächt man das Gras und bietet Unkräutern ein Einfallstor.



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3 Leserkommentare
neutron76 08.07.2018
Referendumm 08.07.2018
dasfred 08.07.2018

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