Taifun "Bopha": Zahl der Toten auf den Philippinen steigt auf mehr als 500

Nach dem verheerenden Taifun "Bopha" entdecken Einsatzkräfte auf den Philippinen immer mehr Leichen. Mehr als 500 Tote wurden bislang geborgen, etwa 400 Menschen werden noch vermisst. Präsident Aquino reiste in das Katastrophengebiet auf der Insel Mindanao.

Außenbezirk von New Bataan: Die Stadt auf den Philippinen ist völlig verwüstet Zur Großansicht
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Außenbezirk von New Bataan: Die Stadt auf den Philippinen ist völlig verwüstet

Manila - Taifun "Bopha" zog mit Windgeschwindigkeiten von 200 Kilometern pro Stunde über Mindanao und hinterließ eine 700 Kilometer lange Spur der Verwüstung. Die Zahl der Todesopfer auf den Philippinen ist mittlerweile auf mehr als 500 gestiegen, rund 400 Menschen gelten noch als vermisst. Mehr als 310.000 Menschen wurden durch den Taifun, der am Dienstag über den Süden der Philippinen fegte, obdachlos. Viele Menschen sind nun auf die Unterstützung der Regierung oder Hilfsorganisationen angewiesen.

Am schwersten betroffen war die Provinz Compostela-Tal mit der Stadt New Bataan, wo es bislang 252 bestätigte Opfer gibt. 216 Tote wurden in der benachbarten Provinz Davao gezählt. Von den noch mehr als 400 Vermissten entfallen fast zwei Drittel auf New Bataan.

Mehrere Vermisste konnten gerettet werden. Der 54-jährige Carlos Agang war zwei Tage lang unter Geröll und Trümmern begraben. Eine Sturzflut hatte sein Haus weggeschwemmt. "Ich habe um Hilfe geschrien, aber niemand hörte mich", sagte er nach seiner Rettung. Was aus seiner Frau und seinen vier Kindern geworden sei, wisse er nicht.

In einer Karte der Regierung mit möglichen Gefahrenpunkten wird Bataan als "hoch anfällig für Überschwemmungen und Erdrutsche" bezeichnet. Ganze Familien wurden von den Wassermassen in den Tod gerissen, die einst 45.000 Einwohner zählende Stadt wurde völlig verwüstet. Auch Gebiete, die als sicher galten, wurden zu tödlichen Fallen. So wurden zwei Notunterkünfte, in denen Menschen Zuflucht gesucht hatten, von einer Sturzflut weggerissen.

Der Präsident der Philippinen, Benigno Aquino, besuchte am Freitag das Katastrophengebiet. "Ich bin hier, um Erklärungen zu bekommen", sagte Benigno in New Bataan. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, der Verlust der Menschen und die Zerstörung machten ihn "betrübt". Die Uno bot ebenso wie die USA, Japan und Singapur den Philippinen ihre Hilfe an. Vor allem Nahrungsmittel, Zelte, Wasserfilter und Medikamente würden benötigt, teilte die Sozialministerin des Inselstaats, Corazon Soliman, mit.

Im Schnitt durchleben die Bewohner der Philippinen etwa 20 schwere Stürme pro Jahr. Im Jahr 2011 tötete allein der Tropensturm "Washi" 1500 Menschen, davon 1200 auf Mindanao.

wit/dapd/AFP

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