Nach Erdbeben bei Fukushima Taifun "Francisco" verschont Japan

Noch mehr Beachtung als das neue Erdbeben fand in den japanischen Abendnachrichten der Taifun "Francisco": Er hatte weite Regionen mit heftigen Regenfällen überzogen, sich im Laufe des Tages über dem Meer jedoch wieder beruhigt.

Bewohner der Insel Izu Oshima: Nacht in Notunterkünften
AFP

Bewohner der Insel Izu Oshima: Nacht in Notunterkünften


Tokio - Nach dem starken Erdbeben in der Region Fukushima, das jedoch glimpflich verlief, sorgte der Taifun "Francisco" in weiten Teilen Japans für starken Regen und stellenweise für Überschwemmungen. Behörden warnten vor Erdrutschen.

Der 27. Taifun der Saison hatte weite Regionen mit heftigen Regenfällen überzogen. Stellenweise wurden Häuser und Straßen geflutet. In Kyoto stürzte eine Brücke über einem angeschwollenen Fluss ein. Mehr als 1300 Bewohner der Insel Izu Oshima, 120 Kilometer südlich von Tokio, hatten die Nacht in Schulen und anderen Notunterkünften verbracht. Die Behörden hatten alle 8300 Bewohner der Insel aufgefordert, sich vorübergehend in Sicherheit zu bringen.

Später wurde Entwarnung gegeben. Ein vorheriger Taifun hatte in der vergangenen Woche 31 Menschen auf der Insel in den Tod gerissen. Für Sonntag wurde wieder schönes Wetter erwartet.

AKW-Mitarbeiter sollten sich in Sicherheit bringen

Als Vorsichtsmaßnahme pumpten Arbeiter in der Atomruine Fukushima Auffangbecken für Tanks mit hochgradig strahlendem Wasser in unterirdische Zwischenlager ab. Der vorherige Taifun "Wipha" hatte die Auffangbecken in der vergangenen Woche zum Überlaufen gebracht. Nach dem Erdbeben in der Nacht zum Samstag hatte der Betreiberkonzern Tepco die an der Küste vor dem AKW beschäftigten Reparaturtrupps aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Da der Erdstoß jedoch mitten in der Nacht erfolgte, waren nur wenige Arbeiter betroffen.

Die meteorologische Behörde warnte vor weiteren Nachbeben und Erdrutschen. Die starken Regenfälle haben den Boden aufgeweicht. Der Erdstoß war auch in der rund 475 Kilometer vom Epizentrum entfernten Hauptstadt Tokio zu spüren gewesen. Die ungewöhnlich lange andauernde Erschütterung brachte auch hier Häuser zum Schwanken.

Das Epizentrum lag in zehn Kilometern Tiefe und über 300 Kilometer von größeren Städten an Japans Ostküste entfernt. Beim Beben 2001 lag es wesentlich näher an der Küste und zwar 130 Kilometer östlich der Stadt Sendai.

Bei Japan treffen vier tektonische Platten zusammen, die Pazifische, die Nordamerikanische, die Eurasische und die Philippinische Platte. Diese Zone verursacht immer wieder Beben. Das Inselreich Japan ist eines der am stärksten von Erdbeben gefährdeten Länder der Welt.

jjc/dpa

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