Katastrophenforscher "Mangkhut" ist gefährlicher als "Florence"

"Florence" tobt in den USA, Taifun "Mangkhut" in Südostasien. Die weitaus größeren Gefahren gehen offenbar von dem Wirbelsturm in Asien aus, der sich nun auf China zubewegt.

Schäden in Tuguegarao (Philippinen)
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Schäden in Tuguegarao (Philippinen)


Der in Südostasien tobende Taifun "Mangkhut" ist nach Einschätzung des Rückversicherers Munich Re weit gefährlicher für die Bevölkerung als Hurrikan "Florence" an der US-Ostküste. Auf den Philippinen gab es laut offiziellen Angaben mindestens 13 Tote, in den USA wurden bislang fünf Todesopfer gezählt.

"Humanitär ist 'Mangkhut' das ernstere Ereignis", sagte Ernst Rauch, Leiter der Klimaforschung des weltgrößten Rückversicherers. "Mangkhut" werde voraussichtlich eine ganz andere Hausnummer sein, "ein sogenannter Supertaifun". Der Durchmesser sei wesentlich größer und der Sturm mit wesentlich höheren Windgeschwindigkeiten viel intensiver.

"2013 hat der Taifun 'Haiyan' auf den Philippinen 6000 Todesopfer verursacht, weil die Vorwarnung der Bevölkerung und die Vorbereitung unzureichend war", sagte Rauch. "Mangkhut" wird eine Messlatte sein, ob sich da etwas verbessert hat."

Überschwemmung in San Mateo östlich von Manila
ROLEX DELA PENA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Überschwemmung in San Mateo östlich von Manila

Bei Taifun "Mangkhut" wurden zwischenzeitlich Böen mit Windgeschwindigkeiten von deutlich über 250 Kilometern pro Stunde gemessen, aktuell sind es knapp 200 km/h. Bei Tropensturm "Florence" dagegen nur Windgeschwindigkeiten von etwas mehr als 100 Kilometern pro Stunde. Als größte Gefahr gelten hier die vom Sturm mitgebrachten Wassermassen.

An der US-Ostküste sind durch den Wirbelsturm "Florence" mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Starke Regenfälle führten zudem zu weitreichenden Überschwemmungen. Zwar hatte "Florence" zuletzt an Kraft verloren und war von einem Hurrikan zu einem Tropensturm heruntergestuft worden.

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Sturm "Florence": North Carolina unter Wasser

Doch vor allem die Wassermassen sorgten in weiten Teilen der am Atlantik gelegenen Bundesstaaten North und South Carolina für Zerstörung. Der Nationale Wetterdienst geht davon aus, dass in zwei oder drei Tagen so viel Regen niedergehen dürfte wie sonst in acht Monaten.

Auf den Philippinen sorgte der Super-Taifun "Mangkhut" für Schrecken, bislang wurden zwölf Tote gemeldet. Mit Wind, der konstant Geschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometern pro Stunde erreichte, zog er über die Hauptinsel Luzon hinweg. Dort leben etwa die Hälfte der 105 Millionen Einwohner der Philippinen.

Umgeknickte Strommasten und entwurzelte Bäume blockierten Straßen, Dächer wurden abgedeckt. Elektrizitäts- und Kommunikationsnetze fielen aus. Es wurden Flutwellen von bis zu sechs Metern Höhe und weitere Erdrutsche befürchtet. Inzwischen zog der Sturm abgeschwächt nach Südchina und Vietnam weiter.

Für Versicherungen werde "Florence" relevanter sein, "da in entwickelten Industriestaaten typischerweise ein großer Teil der Schäden versichert ist", sagte Rauch. "In den USA sind es etwa 30 bis 50 Prozent. In Entwicklungs- und Schwellenländern sind in der Regel weniger als zehn Prozent der Schäden versichert." Dies bedeute, "dass über 90 Prozent der ökonomischen Last auf den Schultern der Betroffenen landen".

hda/dpa/AFP

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