Taifun Südchina rüstet sich für "Mangkhut"

Taifun "Mangkhut" hat auf den Philippinen ganze Landstriche verwüstet, Millionen Menschen sind betroffen. Nun zieht der Sturm weiter Richtung China.

FRANCIS R MALASIG/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Umgeknickte Strommasten und entwurzelte Bäume blockierten Straßen, Dächer wurden abgedeckt, Strom- und Kommunikationsnetze brachen zusammen: Taifun "Mangkhut" ist mit Windböen von bis zu 260 Kilometern pro Stunde und heftigen Regenfällen über den Norden der Philippinen hinweggezogen und hat schwere Verwüstungen verursacht. Es kam zu Erdrutschen, ein Flughafenterminal wurde beschädigt.

Die Behörden versuchten am Samstag, eine erste Bilanz zu ziehen. Vier Millionen Menschen waren demnach ohne Strom. Ein Mann wurde beim Einsturz seines Hauses verletzt. Der Kontakt zu einigen Regionen sei abgerissen. Straßen und Brücken seien gesperrt worden.

Insgesamt sollen mindestens 5,2 Millionen Menschen von dem Sturm betroffen sein. Das Rote Kreuz der Philippinen geht aufgrund der Zerstörungskraft sogar von bis zu zehn Millionen Betroffenen aus.

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Taifun "Mangkhut": Spur der Verwüstung

Der Taifun war am frühen Samstagmorgen mit Wucht auf Land getroffen. Das Zentrum des Wirbelsturms erreichte den Ort Baggao in der Provinz Cagayan, 382 Kilometer nördlich der Hauptstadt Manila, wie die philippinische Wetterbehörde mitteilte.

Berichte über Todesopfer lagen nicht vor. Allerdings wurde Hinweisen nachgegangen, wonach zwei Kinder ertrunken sein sollen. Zudem prüften Behörden den Verbleib von 70 Männern, die während des Sturmes angeblich in ihr Küstendorf zurückgekehrt sein sollen, um nach ihren Häusern zu sehen.

Bereits die Vorboten des Sturms hatten den Norden der Philippinen hart getroffen. In Teilen der Provinzen Cagayan und Isabela fiel der Strom aus, zahlreiche In- und Auslandsflüge wurden gestrichen. Der Schiffsverkehr wurde eingestellt, mehr als 4500 Passagiere strandeten in Häfen der Inselgruppe im Westpazifik.

Der Taifun bringe ein 900 Kilometer breites Band aus Regenwolken mit sich, erklärte die Wetterbehörde. "Häuser aus leichtem Material werden definitiv zerstört", warnte Meteorologe Renito Paciente.

Chinesische Behörden warnen vor Überschwemmungen und Erdrutschen

Die philippinischen Behörden erklärten, sie seien besser vorbereitet als vor fünf Jahren, als beim Taifun "Haiyan" 6300 Menschen starben. Jetzt wurden Zehntausende Menschen an den Küsten in Sicherheit gebracht. Dennoch äußerte sich der Präsident des Roten Kreuzes, Richard Gordon, besorgt über die Ausmaße des Wirbelsturms. "Die Schneise von 'Mangkhut' ist breiter, das heißt, eine große Fläche wird betroffen sein, und er ist in der Lage, bei den Menschen viel Leid auszulösen." In zehn nördlichen Provinzen des Landes gab es immer noch Sturmwarnungen.

"Mangkhut" ist bereits der 15. und stärkste Wirbelsturm auf den Philippinen in diesem Jahr. Es wird erwartet, dass er Richtung Südchina und Vietnam weiterzieht.

China bereitet sich Evakuierungen und Warnungen an die Bevölkerung auf die Ankunft von "Mangkhut" vor. Rund 3000 Arbeiter wurden von Arbeitsplattformen im Südchinesischen Meer in Sicherheit gebracht, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag berichtete. Zudem ordneten die Behörden an, dass mehr als 6000 Schiffe zurück in die Häfen fahren sollen.

Auch einige Fährverbindungen wurden eingestellt. Provinzregierungen warnten vor schweren Regenfälle, Überschwemmungen und Erdrutschen. Der Nationale Wetterdienst sagte vorher, "Mangkhut" werde am späten Sonntagabend oder in der Nacht zum Montag die Südküste Chinas sowie die Tropeninsel Hainan erreichen. Auch die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong bereitet sich auf die Ankunft des Sturms vor. Behörden rieten Bürgern, sich "auf das Schlimmste" einzustellen.

ulz/dpa/Reuters/AP



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