Verschüttete und Tote Erdbeben in Taiwan lässt 16-stöckiges Hochhaus umkippen

Ein Erdbeben der Stärke 6,4 hat im Süden Taiwans mehrere Wohngebäude einstürzen lassen - ein Hochhaus kippte auf die Seite. Rettungskräfte suchen in den Trümmern nach Verschütteten.


Ein Erdbeben der Stärke 6,4 auf der Richterskala hat in der taiwanischen Millionenstadt Tainan am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) mehrere Wohnhäuser zum Einsturz gebracht. Bisher gehen die Behörden von mindestens sieben Todesopfern aus, die Zahl der Verletzten soll bei mehr als 300 liegen.

Unter anderem stürzte ein 16-stöckiges Haus auf die Seite. In dem Hochhaus leben nach offiziellen Angaben mehr als 250 Menschen in fast hundert Wohnungen. Taiwans Innenminister Chen Wei Jen sagte aber, dass sich zum Zeitpunkt des Bebens sogar noch mehr Menschen in dem Haus aufgehalten haben könnten, da kurz vor dem chinesischen Neujahrsfest viele Menschen bei Verwandten zu Besuch seien. Dutzende Menschen werden derzeit noch vermisst.

Feuerwehr und Rettungskräfte waren mit Scheinwerfern und Taschenlampen im Einsatz, um Verschüttete zu bergen. Mit Leitern kletterten sie durch Fenster, bei Tagesanbruch wurde auch schweres Gerät herangeschafft. Allein in Tainan waren mehr als 1200 Feuerwehrleute und andere Retter, darunter auch das Militär, im Einsatz.

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Beben in Taiwan: Hochhaus kippt um - Suche nach Opfern

Aus einem weiteren eingestürzten Hochhaus, in dem nach Angaben der Feuerwehr bis zu 240 Menschen wohnten, seien zunächst rund 120 Bewohner gerettet worden. Auch andere Häuser wurden schwer beschädigt. Das Beben ließ viele Häuser schwanken, berichteten Augenzeugen.

Präsident Ma Ying-jeou brach nach Tainan auf. Das Ausmaß der Katastrophe sei noch unklar, sagte er Reportern vor der Abreise. In 168.000 Wohnungen fiel zunächst der Strom aus. Aus der Hauptstadt Taipeh wurden keine besonderen Schäden gemeldet.

Haus in Tainan: Beben zehn Kilometer unter der Erdoberfläche
REUTERS

Haus in Tainan: Beben zehn Kilometer unter der Erdoberfläche

Das Epizentrum lag nordöstlich von Pingtung bei der Hafenstadt Kaohsiung, berichteten die Behörden. Tainan mit seinen knapp zwei Millionen Einwohnern befindet sich 43 Kilometer nordwestlich vom Epizentrum. Die Erdstöße waren auf der ganzen Insel zu spüren.

Das Beben ereignete sich nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS nur zehn Kilometer unter der Erdoberfläche, das habe seinen Effekt noch verstärkt. Die US-Behörde war zunächst von einer Stärke von 6,7 auf der Richterskala ausgegangen.

Im VIDEO: Drohnenflug über eingestürztes Hochhaus

REUTERS / TCI
Karte vom Süden Taiwans: Epizentrum nahe der Hafenstadt Kaohsiung
DPA

Karte vom Süden Taiwans: Epizentrum nahe der Hafenstadt Kaohsiung

sun/jok/dpa/Reuters/AP/AFP



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