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Bei Erdbeben eingestürztes Hochhaus: Taiwan prüft Verdacht auf Pfusch am Bau

Rettungsarbeiten in Tainan: Noch immer werden Dutzende Menschen in den Trümmern vermutet Zur Großansicht
AFP

Rettungsarbeiten in Tainan: Noch immer werden Dutzende Menschen in den Trümmern vermutet

Bei dem Erdbeben in Taiwan ist ein 16-stöckiges Hochhaus umgekippt und hat viele Bewohner unter sich begraben. Die Behörden wollen jetzt untersuchen, ob beim Bau gepfuscht wurde.

In der Nacht zum Samstag hat ein heftiges Erdbeben den Süden Taiwans erschüttert; mehrere Wohngebäude in der Stadt Tainan stürzten ein. Das 16-stöckige Wei-Kuan-Hochhaus kippte komplett um. Dabei kamen mindestens neun Menschen ums Leben, darunter ein zehn Tage altes Baby und zwei weitere Kinder.

Nun wurde der Verdacht laut, dass beim Bau des Hauses gepfuscht wurde. Taiwans Innenminister Chen Wei Jen kündigte eine Untersuchung an.

In dem Hochhaus-Komplex lebten den Behörden zufolge 256 Bewohner in fast hundert Wohnungen. Taiwans Innenminister sagte aber, dass sich zum Zeitpunkt des Bebens noch mehr Menschen als sonst in dem Haus aufgehalten haben könnten, da kurz vor dem chinesischen Neujahrsfest viele Verwandte zu Besuch gewesen seien.

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Beben in Taiwan: Hochhaus kippt um - Suche nach Opfern

Auch Regierungschef Chang San Cheng eilte zur Unglücksstelle. Eine ältere Frau berichtete ihm unter Tränen, dass ihr Sohn, ihre Schwiegertochter und ihre Enkelkinder im 15. Stock verschüttet worden seien, wie die Zeitung "Apple Daily" aus Hongkong berichtete. Im Internet suchten Angehörige mit aufwühlenden Anzeigen und Postings nach Vermissten. Die Behörden gaben zunächst keine offizielle Vermisstenzahl bekannt.

Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS 39 Kilometer nordöstlich der Hafenstadt Kaohsiung. Das Tsunami-Warnzentrum für den Pazifik teilte mit, es bestehe keine Gefahr einer Riesenwelle.

Taiwan wird immer wieder von Erdbeben erschüttert, weil die Insel in der Nähe einer Bruchstelle zweier tektonischer Platten liegt. Bei einem Erdbeben der Stärke 7,6 waren im September 1999 rund 2400 Menschen ums Leben gekommen. Im Juni 2013 starben vier Menschen bei einem Beben der Stärke 6,3.

Im Video: Drohnenflug über eingestürztes Hochhaus

REUTERS / TCI

asc/Reuters/AFP

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