Erdbeben in Taiwan Rettungskräfte suchen noch mehr als 130 Vermisste

Die Einsatzkräfte kommen nach dem Erdbeben in Taiwan nur langsam voran. Bisher haben sie 26 Tote geborgen, mehr als 130 Menschen sind noch verschüttet - viele von ihnen in dem umgekippten Hochhaus.

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Die Behörden vermuten Pfusch am Bau: Im Süden Taiwans war in der Nacht zum Samstag bei einem Erdbeben der Stärke 6,4 ein 16-stöckiges Wohnhaus in Tainan komplett umgekippt. Insgesamt stürzten mehr als zehn Gebäude ein.

Feuerwehrleute, Polizisten, Soldaten und Freiwillige suchten in den Trümmern. Mindestens 130 Menschen werden noch vermisst, viele in dem umgekippten Hochhaus. 103 der Vermissten seien jedoch "sehr tief verschüttet" worden, sagte der Bürgermeister der betroffenen Stadt Tainan, William Lai. Es sei daher "sehr schwierig", zu ihnen vorzudringen. Die Suche komme nur langsam voran, weil die Retter die Trümmerstücke vorsichtig und teilweise von Hand beseitigen müssten, um niemanden zu gefährden.

Die Helfer mussten Wände mit Trägern stützen, da befürchtet wurde, dass die Hausreste weiter in sich zusammenbrechen. Im Internet suchten Angehörige mit aufwühlenden Anzeigen und Postings nach Vermissten.

Mehr als 240 Menschen konnten aus den Trümmern nach Angaben der Behörden bereits gerettet werden. Die Nachrichtenagenturen dpa und AP meldeten 26 Tote.

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Beben in Taiwan: Hochhaus kippt um - Suche nach Opfern
Allein in den Trümmern des 16-stöckigen Wei-Kuan-Hochhauses starben mindestens 16 Menschen, darunter ein zehn Tage altes Baby und zwei weitere Kinder.

In dem Hochhaus-Komplex waren 256 Bewohner in fast hundert Wohnungen gemeldet. Taiwans Innenminister sagte aber, dass sich zum Zeitpunkt des Bebens noch mehr Menschen als sonst in dem Haus aufgehalten haben könnten, da kurz vor dem chinesischen Neujahrsfest viele Verwandte zu Besuch gewesen seien.

Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS 39 Kilometer nordöstlich der Hafenstadt Kaohsiung. Taiwan wird immer wieder von Erdbeben erschüttert, weil die Insel in der Nähe einer Bruchstelle zweier tektonischer Platten liegt. Bei einem Erdbeben der Stärke 7,6 waren im September 1999 rund 2400 Menschen ums Leben gekommen. Im Juni 2013 starben vier Menschen bei einem Beben der Stärke 6,3.

Im Video: Drohnenflug über eingestürztes Hochhaus

REUTERS / TCI

heb/dpa/Reuters/AFP



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