Fährunglück in Tansania Weit mehr als hundert Tote befürchtet

Einsatzkräfte haben nach einem schweren Fährunglück auf dem Victoriasee die Rettungs- und Bergungsarbeiten fortgesetzt. Das Schiff soll erst vor zwei Monaten technisch teilweise überholt worden sein.

Rettungskräfte am Unglücksort auf dem Victoriasee
REUTERS

Rettungskräfte am Unglücksort auf dem Victoriasee


Bei einem Fährunglück auf dem Victoriasee in Tansania sind nach Angaben der Behörden mindestens 97 Menschen ums Leben gekommen. Die Anzahl der Toten werde vermutlich noch steigen, sagte John Mongella, der Regionalgouverneur der Region Mwanza. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten werden demnach fortgesetzt.

Das Schiff war am Donnerstag auf dem größten See Afrikas von Bugolora auf der Insel Ukerewe zur Nachbarinsel Ukara unterwegs. Die Fähre sei nur wenige Meter von der Anlegestelle entfernt gekentert, hieß es von der Behörde, die für die Fähren in Tansania zuständig ist.

Ersten Schätzungen zufolge waren mehr als 300 Menschen an Bord, die exakte Zahl ist aber nicht bekannt. Rund 100 Menschen wurden Mongella zufolge bislang gerettet. Professionelle Taucher seien aus der Hafenstadt Daressalam sowie aus der Nachbarregion Mara am Victoriasee eingetroffen, um die Rettungsarbeiten zu unterstützen.

Die Fähre ist Regierungsangaben zufolge erst vor zwei Monaten teilweise überholt worden. Unter anderem seien zwei neue Motoren eingebaut worden. Zuvor hatte sich ein Parlamentsabgeordneter beschwert, dass das baufällige Boot ein Risiko darstelle.

Der Victoriasee liegt in Tansania, Uganda und Kenia. Tödliche Unfälle kommen auf dem See sowie vor der Küste immer wieder vor. Oft sind Boote und Fähren überfüllt, zudem führen Unwetter zu Unglücken.

2012 etwa ist eine Fähre auf dem Weg vom Festland Tansanias zur Tropeninsel Sansibar gesunken, dabei waren mindestens 100 Menschen ertrunken.

bbr/dpa/AP



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