Australien Tausende Menschen fliehen vor Überschwemmung

Die Notrufzentralen werden kaum noch mit den Anrufen hilfesuchender Bürger fertig, Menschen bringen sich auf Dächern in Sicherheit, lokale Einsatzkräfte sind bereits auf die Hilfe vom Militär angewiesen: Im Osten Australiens haben Überschwemmungen Tausende Menschen aus ihren Häusern vertrieben.

DPA

Sydney - Nach tagelangem Sturm und Regen stehen weite Gebiete an der australischen Ostküste unter Wasser. Tausende Australier mussten ihre Häuser verlassen. Der Regierungschef des Bundesstaates Queensland rief die Armee am Sonntag zur Hilfe, weil lokale Rettungskräfte allein nicht mehr mit der verzweifelten Lage zurecht kamen.

Die Notrufzentralen wurden kaum noch mit den Anrufen hilfesuchender Bürger fertig. "Wir kommen jetzt wirklich in eine Situation, wo wir große Auswirkungen haben", sagte der Ministerpräsident von Queensland, Campbell Newman. "Wir werden viel Unterstützung brauchen, vor allem bei den Aufräumarbeiten."

In Bundaberg, 370 Kilometer nördlich von Brisbane, waren die Fluten auf einer Länge von etwa einem Kilometer über die Ufer des Flusses Burnett getreten und hatten zahlreiche Gebäude überschwemmt. Newman sagte, er gehe davon aus, dass in Bundaberg mehr als 400 Häuser und Firmen überflutet werden, wenn der Fluss seinen Höchststand von geschätzten achteinhalb Metern erreicht.

In Gympie südlich von Bundaberg mussten mehrere Familien Zuflucht auf den Dächern ihrer Häuser suchen. Es war zu gefährlich, Boote zu schicken. "Wegen der starken Winde konnten wir auch keine Hubschrauber einsetzen", sagte Gympies Bürgermeister Ron Dyne der australischen Nachrichtenagentur AAP. An übervollen Stauseen lief das Wasser über Entlastungswehre, was neue Überschwemmungen am Unterlauf der Flüsse befürchten ließ. Auch in Brisbane standen Häuser unter Wasser.

Vor zwei Jahren wurden in Australien mehr als 20.000 Häuser überschwemmt. Die australische Regierung sprach von der schlimmsten Naturkatastrophe, die das Land jemals getroffen habe.

kha/dpa

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