Spekulationen um öffentlichen Auftritt Tebartz-van Elst auf Gästeliste zu Meisners Abschied

Seit seiner Beurlaubung war der umstrittene Limburger Bischof weitgehend abgetaucht. Jetzt nähren gleich zwei Veranstaltungen mit hochrangigen Kirchenvertretern Spekulationen: Kehrt Franz-Peter Tebartz-van Elst in die Öffentlichkeit zurück?

Bischof Tebartz-van Elst (im September 2013): Teilnahme noch unklar
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Bischof Tebartz-van Elst (im September 2013): Teilnahme noch unklar


Limburg - Der beurlaubte Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist als Gast zur Verabschiedung des Kölner Erzbischofs Joachim Meisner am Sonntag geladen. Tebartz-van Elst stehe auf der vom Erzbistum Köln veröffentlichten Gästeliste, sagte ein Sprecher in Limburg. Er wisse aber nicht, ob der Bischof tatsächlich teilnehmen werde.

Zuvor hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" über den möglichen Besuch berichtet. Es wäre einer der ersten öffentlichen Auftritte des umstrittenen Bischofs seit der Beurlaubung durch Papst Franziskus im vergangenen Oktober. Tebartz-van Elst steht massiv in der Kritik, weil seine neue Bischofsresidenz mindestens 31 Millionen Euro kostet.

Unklar ist bislang auch, wer Limburg bei der Frühjahrskonferenz der deutschen katholischen Bischöfe ab Montag in Münster vertreten wird. Der Bistumssprecher konnte dazu keine Angaben machen. In den vergangenen Monaten hatte Generalvikar Wolfgang Rösch Tebartz-van Elst mit einem Mandat des Vatikans in der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) vertreten. Rösch werde in Münster nur teilnehmen, wenn Tebartz sich gegen eine Teilnahme entschließe, sagte der Sprecher.

Laut "FAZ" hat sich Rösch bislang noch nicht zu der Vollversammlung angemeldet. Er sei als Generalvikar statusgemäß kein Mitglied des Gremiums, das in der kommenden Woche unter anderem einen neuen DBK-Vorsitzenden wählen soll.

Der Limburger Bischof nimmt momentan eine Auszeit, die ihm der Papst verordnet hat. Anlass war heftige Kritik an seinem Führungsstil und den explodierten Kosten für den Ausbau seiner Residenz. Ein Bericht zu den Baukosten liegt dem scheidenden DBK-Vorsitzenden Robert Zollitsch und dem Vatikan vor, ist aber noch nicht veröffentlicht worden. Über die Zukunft von Tebartz-van Elst muss Papst Franziskus entscheiden.

rls/dpa

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