Kosten der Limburger Bischofsresidenz Gediegen in den Fels gefräst

"Ich brauche keinen pompösen Lebensstil", so verteidigt sich der umstrittene Limburger Bischof Tebartz-van Elst. Inzwischen kommen jedoch immer mehr Details über seine neue Residenz ans Licht. Von Bescheidenheit kann keine Rede sein.


Limburg - Es dürfte sich um explosiven Lesestoff handeln. Rund 50 Seiten umfasst nach Angaben der "Frankfurter Neuen Presse" ein Bericht über die Baukosten des Diözesanen Zentrums auf dem Domberg zu Limburg, mit dem sich nun eine Kommission der Deutschen Bischofskonferenz beschäftigt.

Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie die Explosion der Kosten von ehemals einer auf inzwischen 31 Millionen Euro zu erklären ist. Immer lauter werden die Vorwürfe gegen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, er habe mit permanenten Sonder- und Änderungswünschen selbst dazu beigetragen - eine Version, die zuletzt der am Bau beteiligte Architekt Stefan Dreier auf HR-Info bestätigte.

"Wer mich kennt, weiß, dass ich keinen pompösen Lebensstil brauche", entgegnete Tebartz-van Elst in der "Bild"-Zeitung seinen Kritikern. Doch die Details, die über die Einrichtung seines Bischofssitzes durchsickern, werfen ein ganz anderes Licht auf den Geschmack des 53-Jährigen.

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Tebartz-van Elst: Bilder aus dem Limburger Skandalbau
So berichtet Jochen Riebel, eines von drei Mitgliedern im Vermögensverwaltungsrat des Bistums, in der "Süddeutschen Zeitung" über "Umplanungswünsche von erheblichem Umfang", die Tebartz-van Elst durchgesetzt habe. So sollte es in der Kapelle ursprünglich einen stehenden Adventskranz mit schmiedeeisernem Gestell geben. Der Bischof habe aber einen hängenden Kranz gewollt. "Dann musste das fertige Dach wieder aufgeschnitten und ein Seilzug eingebaut werden. So was kostet statt 10.000 Euro 100.000 Euro."

In der "Frankfurter Neuen Presse" verweist Riebel auf weitere Posten des Projekts, im Einzelnen:

  • Schreinerarbeiten für die Bischofswohnung (350.000 Euro)

  • Eine freistehende Badewanne (15.000 Euro)

  • Diverse Kunstwerke (450.000 Euro)

  • Fenster der Privatkapelle (100.000 Euro)

  • Tisch im Konferenzraum (25.000 Euro)

Dem Blatt zufolge kostete die ursprünglich auf 200.000 Euro veranschlagte Privatwohnung des Bischofs am Ende 2,98 Millionen Euro, im Übrigen ohne Einrichtung. Unter den Gemächern sei zudem eine weitere, identische Wohnung aufwendig in den Fels gefräst worden. Von deren Existenz erfuhr der Vermögensverwaltungsrat laut "Frankfurter Allgemeiner Zeitung" erst vor wenigen Tagen.

Ebenfalls auf Riebel beruft sich die "Wormser Zeitung" und berichtet von 500.000 Euro, die die Sanierung von Kunstobjekten sowie die Medienberatung verschlungen hätten, als es - Zitat Riebel - "eng wurde für den Bischof". Als die Kostenexplosion am Montag im Vermögensverwaltungsrat erörtert worden sei, habe Tebartz-van Elst die Hände vors Gesicht geschlagen und immer wieder gesagt: "Ich habe das nicht gewusst".

Das Bistum Limburg war für eine Stellungnahme kurzfristig nicht zu erreichen. Am Donnerstagvormittag war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Hamburg Strafbefehl gegen Tebartz-van Elst beantragt hat. Hintergrund sind zwei falsche eidesstattliche Erklärungen des Bischofs.

rls

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gog-magog 10.10.2013
1. Es KANN nur noch einen Rücktritt geben, sofort!
Zitat von sysopDPA"Ich brauche keinen pompösen Lebensstil", so verteidigt sich der umstrittene Limburger Bischof Tebartz-van Elst. Inzwischen kommen jedoch immer mehr Details über seine neue Residenz ans Licht. Von Bescheidenheit kann kaum eine Rede sein. Tebartz-van Elst: Das kostet die Einrichtung im Limburger Bischofssitz - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/tebartz-van-elst-das-kostet-die-einrichtung-im-limburger-bischofssitz-a-927099.html)
100.000 Euro für einen hängenden Adventskrank in der Privatkapelle? 350.000 Euro für Schreinerarbeiten? 15.000 Euro für eine freistehende Badewanne? eine halbe Million für Kunstwerke? 100.000 Euro für ein Fenster? 25.000 Euro für einen Tisch im Konferenzraum? Ich glaub, es hackt. Hier ist grassierender Realitätsverlust zu diagnostizieren. Das sind Dinge, die der Herr Bischof gefälligst privat zu bezahlen hat und nicht der Steuerzahler. So kann es nicht weiter gehen, das ist nicht mehr zu rechtfertigen, weder vor dem Steuerzahler, noch vor dem Gläubigen und angesichts des massenhaften Elends von Menschen in aller Welt - auch im Bistum Limburg - schon gar nicht vor Jesus Christus.
keith61 10.10.2013
2. Kein pompöser Lebensstil...
Mich würde ja interessieren, was er dann als "pompös" bezeichnen würde? Immerhin steht vor der Residenz kein TvE-Reiterstandbild. Im Falles des Ablebens sollte auch etwas Bescheidenheit walten. Eine Pyramide wäre als Grabmal sicherlich noch im Rahmen. Höchstens 10 Meter höher als die Cheops-Pyramide. Alles andere wäre ja Protzerei.
angryoldman 10.10.2013
3. Wo ist das problem ?
ehrlich, da tut mal jemand was fuer das lokale handwerk, und verteilt das obszoen-grosse vermoegen der kirche unter den lokalen handwerkern,(ganz zu schweigen von den steuereinnahmen fuer die komunen und den staat, die durch solch grosszuege ausgaben entstehen) und dann wird er als verbrecher dargestellt...
tdmdft 10.10.2013
4. Wenn ich die Bilder der Residenz sieht
die auf SPON zu finden sind, bekommen ich eher Mitleid: was für einen schlechen Bau, archtektonisch langweilig, ja geradezu trübsinning ist diese Residenz. Dann erscheint die verbaute Summe von >30Mil nochmals in einem anderen Licht. Irgendwie hat das Controlling vollständig versagt.
doytom 10.10.2013
5. Schickt Bischof Tebartz-van Elst in ein Franziskanerkloster
Zitat von sysopDPA"Ich brauche keinen pompösen Lebensstil", so verteidigt sich der umstrittene Limburger Bischof Tebartz-van Elst. Inzwischen kommen jedoch immer mehr Details über seine neue Residenz ans Licht. Von Bescheidenheit kann kaum eine Rede sein. Tebartz-van Elst: Das kostet die Einrichtung im Limburger Bischofssitz - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/tebartz-van-elst-das-kostet-die-einrichtung-im-limburger-bischofssitz-a-927099.html)
Schickt Bischof Tebartz-van Elst in ein Franziskanerkloster wo er den Rest seines irdischen Daseins sinnvoll als Franziskanermönch verbringt. Auch ein paar Stunden Bibelkunde sollten in seinem zukünftigen klösterlichen Leben nicht fehlen, besonders über die Passage in der Bibel nachzudenken die da heisst `Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen...`
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