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13. Oktober 2013, 13:28 Uhr

Skandalbischof von Limburg

Tebartz-van Elst zu Gesprächen in Rom

Der umstrittene Bischof Tebartz-van Elst ist nun doch überraschend nach Rom gereist. Er soll sich dort zu Gesprächen im Vatikan aufhalten. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE flog der Geistliche mit der Billig-Airline Ryanair.

Rom - Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist nach Rom geflogen. Bistumssprecher Martin Wind bestätigte dies SPIEGEL ONLINE. Der Bischof werde Gespräche im Vatikan führen, sagte der Sprecher - worüber, wisse er nicht. Wie lange sich der Bischof in Rom aufhalten werde, könne er auch nicht sagen.

Tebartz-van Elst steht wegen des teuren Neubaus seiner Bischofsresidenz unter Druck. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass der Bau mindestens 31 Millionen Euro kosten wird, mittlerweile ist von 40 Millionen die Rede. Ursprünglich war mit einem Bruchteil der Summe gerechnet worden. Kritiker werfen dem Bischof vor, die gestiegenen Kosten verschleiert zu haben. Tebartz-van Elst hatte angekündigt, er werde die Entscheidung über sein Amt in die Hände von Papst Franziskus legen.

Ursprünglich sollte Tebartz-van Elst bereits am Samstag von Frankfurt am Main nach Rom fliegen - das hatte die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet. Offenbar hatte Tebartz-van Elst den Flug aber storniert. Es war vermutet worden, dass der Bischof vor Robert Zollitsch, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, im Vatikan sein wollte. Zollitsch hatte angekündigt, mit Papst Franziskus über die Vorgänge im Bistum Limburg sprechen zu wollen.

Nun reiste Tebartz-van Elst vom Flughafen Frankfurt-Hahn. Von dort aus ging am Morgen um 6.35 Uhr ein Flug nach Rom - mit der Billig-Airline Ryanair. Das ist insofern bemerkenswert, als er wegen eines Erste-Klasse-Fluges nach Indien in die Kritik geraten war. Im Zusammenhang mit der SPIEGEL-Berichterstattung über diesen Flug hatte Tebartz-van Elst eidesstattliche Versicherungen abgegeben, die die Staatsanwaltschaft Hamburg für falsch hält. Sie hat deswegen Strafbefehl gegen den Bischof beantragt.

Die Staatsanwaltschaft Limburg prüft zudem wegen der stark gestiegenen Baukosten inzwischen Vorwürfe der Untreue gegen Tebartz-van Elst. Mehrere entsprechende Anzeigen sind eingegangen.

Wegen seiner Amtsführung und der gestiegenen Baukosten verliert der Bischof zunehmend den Rückhalt der Gläubigen. Am Sonntag versammelten sich vor dem Limburger Dom Kritiker des Geistlichen, um gegen den Bischof zu protestieren.

wal/ulz/AFP/dpa

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