A2 in der Schweiz Deutscher Reisebus verunglückt - eine Tote

Im Schweizer Kanton Tessin ist ein deutscher Reisebus mit Jugendlichen gegen einen Pfosten mit Signalanlagen geprallt. Eine Frau kam dabei ums Leben, 14 weitere Personen wurden verletzt.


Auf ihrer Fahrt von Köln nach Assisi ist eine Gruppe junger Menschen schwer verunglückt. Eine Frau starb nach Angaben der Polizei, als der Reisebus aus Köln in der Schweiz von der Autobahn abkam. 14 weitere Menschen wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Unter den beiden Schwerverletzten ist auch der Busfahrer.

Es seien 25 Menschen an Bord gewesen. Anfangs war von etwa 40 Passagieren die Rede gewesen. In dem Bus seien überwiegend Jugendliche und junge Erwachsene mitgefahren, darunter eine Gruppe von 16- bis 23-Jährigen und ihr Betreuer. Alle seien inzwischen in Krankenhäuser gebracht worden, hieß es am späten Vormittag.

Die zehn Unverletzten wurden zunächst in einer Einrichtung des Zivilschutzes betreut. Der Fahrer war nach Angaben der Polizei unter den Schwerverletzten. An eine Vernehmung sei vorerst nicht zu denken.

Das Unglück hat sich gegen acht Uhr am Sonntagmorgen ereignet. Wer die Bilder sieht, kann sich die Wucht des Aufpralls vorstellen: Die Fahrerkabine ist völlig zerstört. Von den Scheiben ist nichts übrig, das Lenkrad hängt im Freien. Verbogenes Metall ragt in alle Richtungen und abgerissene Kabel hängen herab. Die Zeitung "Corriere del Ticino" zeigte mehrere Fotos mit zahlreichen Einsatzwagen.

Nach seinen Angaben ereignete sich der Unfall auf der Autobahn A2 in der Nähe von Sigirino, rund 20 Kilometer östlich des Sees Lago Maggiore. Der Bus sei nach ersten Erkenntnissen an einen Pfosten mit Signalanlagen geprallt. Auf den Fotos ist neben dem Bus der Pfosten einer Anlage mit Verkehrsschildern zu sehen, die sich über die Fahrbahnen spannt. Der Pfosten hat den Bus bis hinter die Fahrerkabine aufgerissen. Der Bus kam aufrecht in Fahrtrichtung zum Stehen. Über den genauen Unfallhergang und die Ursache konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. Die Ermittlungen zur Unglücksursache liefen.

"Die Jugendlichen waren in Panik"

Der weiße Reisebus war am Samstag gegen 22 Uhr mit den Passagieren und zwei Fahrern in Köln aufgebrochen, sagte Johannes Hübner vom Internationalen Bustouristik Verband RDA. Er übernahm für das betroffene Unternehmen die Notfall-Koordination. Nach seinen Worten wollte die Reisegruppe mehrere Tage in Italien verbringen. Nähere Angaben zu den Insassen konnte Hübner zunächst nicht machen.

Krankenpfleger Giuseppe Gulino (53) fuhr wenige Meter hinter dem Bus her, wie er der Zeitung "Blick" berichtete. Er sei sofort zu dem verunglückten Bus gelaufen. Die Jugendlichen seien in Panik gewesen, berichtete er der Zeitung. Er habe vorn einsteigen können und den Insassen mit den Nothammer einen Fluchtweg gebahnt.

"Sie standen unter Schock", sagte er. "Einige hatten geschlafen." Sowohl der Fahrer als auch ein Beifahrer und eine junge Frau seien zwischen Metallteilen eingeklemmt gewesen. Es dauerte nach Angaben der Polizei mehrere Stunden, um alle Verletzten zu befreien. Die Autobahn blieb in Richtung Süden stundenlang gesperrt.

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels hieß es, die Unfallstelle sei westlich des Lago Maggiore. Sie befindet sich jedoch östlich des Sees.

kry/dpa

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