Lüge eines Kellners Geschichte über rassistischen Gast erweist sich als unwahr

"Wir geben Terroristen kein Trinkgeld": Diese Worte schrieb ein Gast angeblich auf eine Rechnung in einem texanischen Restaurant. Nun stellt sich heraus: Der Kellner hat sich die Geschichte ausgedacht.


Es ging um eine Rechnung über 108,73 Dollar, um ein nicht gegebenes Trinkgeld und einen rassistischen Spruch: In einem Restaurant in Odessa, Texas, hatte ein junger Kellner einen Gast bedient. Beim Bezahlen habe der Mann kein Trinkgeld gegeben, was in den USA absolut unüblich sei - angesichts geringer Löhne in der Gastronomie sind Servicekräfte darauf angewiesen.

Der Kellner empörte sich in einem Facebook-Post vor allem über die Worte, die auf der Rechnung hinterlassen worden seien: "Wir geben Terroristen kein Trinkgeld". Viele etablierte Medien wie die "Washington Post" griffen die Meldung auf, auch SPIEGEL ONLINE berichtete. "Ich teile dies, weil ich möchte, dass die Leute verstehen, dass dieser Rassismus und dieser Hass immer noch existieren", schrieb der Kellner. Das Restaurant teilte mit, der Gast habe Hausverbot bekommen.

Nun stellt sich heraus: Der Kellner selbst hat die beleidigenden Worte auf die Rechnung geschrieben. Das hat er nach Angaben der Restaurantkette zugegeben. Das Unternehmen teilte mit, Rassismus in jeglicher Form sei nicht hinzunehmen. Man werde in den Restaurants immer schnell dagegen vorgehen. Jemanden fälschlicherweise des Rassismus zu beschuldigen, sei genauso verstörend.

Der Zeitung "Odessa American" sagte der 20-jährige Kellner: "Ich habe keine Erklärung. Ich habe einen Fehler gemacht. Es gibt keine Entschuldigung für das, was ich getan habe." Seine Facebook-Seite hat er gelöscht.

Das Restaurant entschuldigte sich bei dem Gast und hob das Hausverbot auf. Zudem wurde der Kellner entlassen. Er hatte von vielen Menschen finanzielle Unterstützung bekommen, nachdem er seine Lügengeschichte verbreitet hatte.

ulz

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