Eingeschlossene Fußballmannschaft Alle Jugendlichen und Trainer aus Höhle in Thailand gerettet

Zweieinhalb Wochen saßen sie in einer Höhle fest: In Thailand haben Retter sämtliche eingeschlossenen Mitglieder einer Jugendmannschaft und deren Trainer befreit.

AP/ Royal Thai Navy

Einsatzkräfte haben die letzten vier eingeschlossenen Jugendlichen und deren Trainer aus der Höhle in Thailand gerettet. Das teilte die thailändische Marine mit. Die Kinder wurden in einem stundenlangen Tauchereinsatz ins Freie gebracht, zuletzt kam der 25-jährige Coach aus der Höhle.

Rettungskräfte begleiteten die letzten der Eingeschlossenen ins Freie. Auch die letzten vier Einsatzkräfte haben die Höhle verlassen. Die Jungen und ihr Trainer seien allesamt in Sicherheit, teilten die Rettungskräfte mit. Damit sind alle 13 Mitglieder der Fußballmannschaft befreit, die vor zweieinhalb Wochen in der Tropfsteinhöhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non an der Grenze zu Myanmar von einer Sturzflut überrascht worden waren.

Angehörige und Helfer jubelten, als klar wurde, dass die Rettungsaktion erfolgreich verlaufen war. Über ihren Köpfen kreisten Hubschrauber, die die Geretteten in Krankenhäuser brachten. Der Kampf um das Leben der jungen Fußballer hatte die Öffentlichkeit in vielen Ländern der Welt in Atem gehalten. In der thailändischen Stadt Chiang Rai waren Hupkonzerte zu hören, die Menschen feierten den glücklichen Ausgang des Dramas.

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Thailand: Höhlentour mit Happy End

Thailands Premierminister Prayut Chan-o-cha sagte auf einer Pressekonferenz, die zwölf Jungen hätten vor ihrer Rettung angstlösende Medikamente bekommen, um nicht in Panik zu verfallen. Prayut erklärte, die Tropfsteinhöhle werde zunächst geschlossen bleiben. Sie müsse sicher gemacht werden, damit man sie als Touristenattraktion nutzen könne.

Die Rettungsaktion war äußerst kompliziert und risikoreich. Die Jungen mussten sich vier Kilometer durch enge, unter Wasser stehende Tunnel zwängen. Die meisten Jungen konnten nicht schwimmen, keiner von ihnen hatte Taucherfahrung. Die Bedingungen waren dermaßen gefährlich, dass ein ehemaliger thailändischer Marinesoldat beim Vorbereiten der Rettung am Freitag in einem gefluteten Tunnel ums Leben gekommen war.

Mehr als 18 Spezialtaucher hatten den Einsatz begleitet, der am Morgen im Norden des Landes begonnen hatte. An den Rettungsaktionen der vergangenen Wochen waren insgesamt mehr als tausend Retter beteiligt.

Experten hatten es kaum für möglich gehalten, dass das Team des Fußballvereins "Wildschweine" aus seinem Zufluchtsort in etwa 600 Metern Tiefe sicher nach draußen gebracht werden kann. Große Teile der Höhle sind überflutet, keines der Kinder hatte Erfahrung im Tauchen. Die Jungen wurden daher von den Profis ins Schlepptau genommen.

Karte Thailand Höhle Überflutung
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Karte Thailand Höhle Überflutung

Bei den ersten beiden Tauchaktionen am Sonntag und Montag waren bereits acht Jungen gerettet worden, jeweils in Viererteams. Ihnen geht es verhältnismäßig gut, sie werden im Krankenhaus der Provinzhauptstadt Chiang Rai behandelt. Zwei von ihnen haben minder schwere Lungeninfekte davongetragen.

Insgesamt seien die Fußballer aber bei guter Gesundheit, teilten die Ärzte mit. Keiner habe Fieber. Die ersten vier durften schon ihre Familien sehen - allerdings nur durch eine Glasscheibe. Zuvor war bereits Thailands Militär-Machthaber Prayut Chan-o-cha bei ihnen zu Besuch.

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Die Jungs seien hungrig und in ausgelassener Stimmung, sagte ein Beamter aus dem Gesundheitsministerium. "Sie haben ein starkes Immunsystem, weil sie Fußballspieler sind." Dennoch habe man die Jungen vorsorglich isoliert, um sie vor Infektionen zu schützen. Auch sollen sie von einem Psychiater begutachtet werden. Alle acht sollen jedoch eine weitere Woche zur Beobachtung in der Klinik bleiben.

Das Fußballteam war am 23. Juni bei einem Ausflug in die Höhle von den Wassermassen überrascht worden. Erst nach neun Tagen, in denen es keinerlei Lebenszeichen gab, wurden die Jungen und ihr Trainer von britischen Höhlentauchern entdeckt. Die Rettung wurde dann zu einem Kampf gegen Wetter und Zeit. In Südostasien ist gerade Monsun-Saison. Die ganze Zeit drohte das Wasser in der Höhle so schnell zu steigen, dass die Hilfsaktion abgebrochen werden muss.

mxw/ala/AFP/dpa



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