Eingeschlossene Fußballmannschaft Vier Kinder und der Trainer müssen noch ausharren

Wie läuft die Rettung der Jungen in der thailändischen Höhle? Vier weitere wurden befreit, doch zum Aufatmen ist es zu früh. Der Überblick.

Sicherheitskräfte in Thailand
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Sicherheitskräfte in Thailand


Die nervenzehrende Rettungsaktion in der thailändischen Höhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non dauert an. Noch sind nicht alle Eingeschlossenen gerettet. Ein Überblick über die Geschehnisse der vergangenen Tage.

Wie ist der aktuelle Stand der Rettungsaktion?

Am Sonntag waren die ersten vier Jungen gerettet worden, am Montag konnten Spezialtaucher vier weitere Jugendliche aus der Höhle holen. Damit soll der Einsatz für diesen Tag beendet sein, vermutlich wird er am Dienstag fortgesetzt. Vier Jugendliche und der Trainer müssen eine weitere Nacht in etwa 600 Metern Tiefe verbringen.

Ob sie alle am Dienstag befreit werden können, ist laut Provinzgouverneur Narongsak Osottanakorn, der die Aktion koordiniert, noch unklar: "Der Plan ist auf vier Personen ausgerichtet, wenn wir also fünf hinausbringen wollen, müssen wir den Plan ändern."

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Es werde ungefähr 20 Stunden dauern, die Ausrüstung vorzubereiten: "Ich kann Ihnen keinen genauen Zeitpunkt geben", sagte Osottanakorn bei einer Pressekonferenz. Die Rettungsaktion am Montag war gegen elf Uhr Ortszeit gestartet, und damit einige Stunden früher als geplant. Sie dauerte bis in den Abend und sei reibungsloser verlaufen als die erste Befreiung am Sonntag. Die Taucher hätten rund zwei Stunden weniger benötigt.

Insgesamt sind bei der Rettungsaktion mehr als hundert Helfer im Einsatz. Das Kernteam besteht aus 18 Spezialtauchern, die meisten von ihnen kommen aus dem Ausland, zum Beispiel Australien und Großbritannien.

Was sind die besonderen Risiken bei der Rettung?

Der Tod eines Tauchers hat gezeigt, wie gefährlich der Rettungseinsatz ist. Schon für Profis ist die Route schwierig, lange Strecken müssen unter Wasser bei schlechter Sicht zurückgelegt werden. An einigen besonders engen Stellen müssen die Taucher die Druckluftflasche abnehmen und danach wieder anlegen - und das, obwohl einige der Jungen nicht einmal richtig schwimmen können.

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Um zu vermeiden, dass sie in Panik geraten, wurden den Jungen laut dem an der Rettung beteiligten dänischen Taucher Ivan Karadzic Beruhigungsmittel gegeben: "Sie waren nicht total betäubt, aber sie reagierten nicht mehr richtig", sagte er. Jeder wurde von zwei Tauchern durch das Höhlensystem nach draußen geleitet. Alle trugen Taucheranzüge und Taucherbrillen. Die Profis versorgen sie mit Luft.

Was sagen die Angehörigen?

In einem Brief an den Trainer hatten die Eltern deutlich gemacht, dass sie ihn nicht für das Geschehen verantwortlich machen: "Wir wollen, dass du weißt, dass es nicht dein Fehler ist", schrieben sie laut CNN. "Wir schätzen deine liebevolle Unterstützung und deine Fürsorge für unsere Kinder." Zuvor hatte der 25-Jährige die Eltern in einem Schreiben um Entschuldigung gebeten.

Den Eltern wurde zunächst nicht mitgeteilt, welche Mannschaftsmitglieder bereits befreit wurden. Laut Osottanakorn wurden die Identitäten aus Respekt vor den Familien derer, die noch in der Höhle gefangen sind, geschützt. Mittlerweile haben jedoch die ersten Jungen Besuch von ihren Eltern und Geschwistern bekommen. Wie Fotos zeigen, war auch Prayut Chan-o-cha, Premierminister und Führer der Militärjunta, im Krankenhaus vor Ort.

Wie ist der Gesundheitszustand der Jungen?

Die geretteten Kinder werden in einer Klinik der Provinzhauptstadt Chiang Rai behandelt, etwa 50 Kilometer von der Höhle entfernt. Laut den Behörden geht es ihnen den Umständen entsprechend gut. Dennoch dürfen sie vorerst keinen körperlichen Kontakt mit ihren Verwandten haben: "Sie werden für eine Weile von ihren Eltern ferngehalten werden, weil wir uns Sorgen um Infektionen machen", sagte der Gouverneur.

Noch nicht absehbar sind die psychischen Folgen. Experten warnen vor einer möglichen posttraumatischen Belastungsstörung.

Was hat Elon Musk mit der Rettungsaktion zu tun?

Vermutlich wenig. Aber der Tesla-Chef und Raumfahrt-Unternehmer trommelt dennoch ordentlich für seine Entwicklungen: Er will den Einsatz mit einem U-Boot in Kindergröße unterstützen, das er extra dafür habe bauen lassen. Am Sonntag postete der Milliardär mehrere Videos auf Twitter, die das Gerät bei Testtauchgängen in einem Pool in Los Angeles zeigen. Es sei "leicht genug, um von zwei Tauchern getragen zu werden, klein genug um durch enge Lücken zu kommen" und "extrem robust."

Dass das Mini-U-Boot tatsächlich zum Einsatz kommt, ist unwahrscheinlich. Musk selbst wünschte den Tauchern auf Twitter am Sonntag viel Glück und lobte das "extrem talentierte Tauchteam".

Bereits am Freitag hatte der 47-Jährige angekündigt, Spezialisten nach Thailand zu schicken: "SpaceX- und Boring-Ingenieure sind morgen in Thailand, um zu sehen, ob wir der Regierung helfen können."

bbr/dpa/AP/AFP/Reuters



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