Eingeschlossene Fußballmannschaft in Thailand "Wir brauchen ein Wunder"

Das Schicksal von zwölf jugendlichen Fußballern und ihrem Trainer bleibt ungewiss. Retter durchsuchen die weit verzweigte Höhle, in der die Mannschaft eingeschlossen ist.

AFP

Angehörige und Freunde bangen in Thailand um das Leben von zwölf Jungen und ihrem Trainer: Sie haben sich vor der Tham Luang Nang Non Höhle versammelt - in deren Inneren sind die Jugendlichen und der Mann eingeschlossen.

Die meisten Familien haben laut CNN ein Behelfscamp seit dem Wochenende nicht verlassen. Seit Samstag gelten die 13 Personen als vermisst. Über das Alter der Jungen gibt es unterschiedliche Angaben - die Nachrichtenagentur AP schreibt, dass sie zwischen 11 und 16 Jahren alt sind, dpa-Angaben zufolge sind die jüngsten Teammitglieder schon 13.

Heftiger Regen, so vermuten die Behörden, hatte eine Sturzflut ausgelöst und der Gruppe den Weg zurück ins Freie versperrt. Es wird angenommen, dass sie sich vor dem Wasser immer weiter ins Höhleninnere zurückgezogen hatte. Am Eingang der Höhle stehen die zurückgelassenen Schuhe und Fahrräder der Mannschaft.

Rettungstaucher suchen die Vermissten

Retter versuchten bislang die Vermissten in der mehrere Kilometer langen und weit verzweigten Höhle zu finden. Rettungstaucher der Marine drangen zu einem Höhlenraum vor, in dessen Nähe die Gruppe vermutet wird. Auch Drohnen und ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug wurden eingesetzt.

Bohrungen von außen schlossen Verantwortliche der Zeitung "Bangkok Post" zufolge ebenfalls nicht aus, auch sollten Pumpen zum Einsatz kommen, um den Wasserpegel zu reduzieren. Steigende Wasserstände und starke Strömung erschwerten allerdings die Arbeiten, Teile der Höhle standen nach neuem Regenfall am Morgen bis zu sieben Meter unter Wasser.

König Maha Vajiralongkorn und Regierungschef Prayut Chan-o-cha hätten angewiesen, alles Menschenmögliche zu tun, um die Kinder zu retten, sagte Innenminister Anupong Paochinda.

"Das gibt mir Hoffnung"

Manche Angehörigen werteten die Nachricht, Retter hätten Spuren von Hand- und Fußabdrücken entdeckt als gutes Zeichen. "Das gibt mir Hoffnung, dass sie noch am Leben sind", sagte die Mutter eines der vermissten Kinder.

Sie habe nicht geschlafen, berichtete Namhom Boonpiem einem örtlichen TV-Sender. Ihr 13-jähriger Sohn ist unter den Vermissten. "Mein Sohn ist ein starker Junge. Ich habe noch Hoffnung."

"Wir brauchen ein Wunder", sagte der 37-jährige Pinyo Bhodhi CNN, der sich um seinen Sohn Pipat sorgt. "Ich will ihn zurück."

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Thailand: Retter suchen nach eingeschlossener Mannschaft

In Thailand ist Regensaison. Gerade in Berggebieten kann es dabei zu plötzlichen Überschwemmungen kommen. Chiang Rai liegt an der Grenze zu den Nachbarländern Laos und Myanmar.

Mediziner sehen Überlebenschancen

Mediziner sehen realistische Überlebenschancen für die Vermissten. "Menschen können so lange ohne Essen auskommen, und es gibt in der Höhle genügend Wasser, das sie trinken können", sagte Tossathep Boonthong von der Gesundheitsbehörde in Chiang Rai dem örtlichen TV-Sender Thai PBS. Seine größte Sorge sei die Luft in der Höhle. "Die hohe Luftfeuchtigkeit kann das Risiko einer Lungenentzündung erhöhen."

Schon vor eineinhalb Jahren hatte dieselbe Jungenmannschaft samt Coach nach einem Training diese Höhle besucht.

bbr/dpa/AP

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