Höhle in Thailand Helfer aus sieben Ländern suchen nach vermissten Kindern

Es gibt kein Lebenszeichen von einer in Thailand vermissten Fußballmannschaft. Doch nun wächst die Hoffnung, die in einer Höhle gefangenen Kinder bald retten zu können - mit internationaler Hilfe.

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Rettungskräfte in Thailand setzen die Suche nach dem seit mehr als einer Woche in einer Höhle verschollenem Jugend-Fußballteam mit internationaler Hilfe fort. Australien schickte sechs Polizisten, die Erfahrung mit Taucheinsätzen in Höhlen haben, wie das australische Außenministerium mitteilte.

Hilfe leisten auch Teams aus Myanmar und Laos, Dutzende Angehörige der US-Streitkräfte, drei britische Taucher und ein britischer Höhlenexperte sowie fünf Experten aus China. Die thailändischen Behörden haben etwa tausend Einsatzkräfte zu der Höhle geschickt.

Zu Fuß, per Helikopter und mit Drohnen suchen die Helfer nach weiteren Höhleneingängen, zudem sind ständig Taucher im Einsatz. Die Einsatzkräfte versuchen zusätzlich, einen Rettungsschacht in die Höhle zu bohren.

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Vermisste Kinder-Fußballmannschaft: Neue Retter, neue Hoffnung

Die zwölf Jungen im Alter von elf bis 16 Jahren und ihr Fußballtrainer waren am Samstag vor mehr als einer Woche nach einer Trainingseinheit in die Höhle bei Chiang Rai im Norden Thailands eingestiegen. Die Behörden vermuten, dass die Gruppe von einer Sturzflut überrascht wurde und sich vor dem ansteigenden Wasser immer tiefer in die Höhle rettete. In Thailand herrscht Regenzeit, das Wetter behinderte in den vergangenen Tagen die Rettungsarbeiten.

Inzwischen hat sich das Wetter gebessert und die Hoffnung steigt, bald zu den Eingeschlossenen vordringen zu können: Die Retter haben einen Einsatzstützpunkt im Höhleninneren eingerichtet. Der Stützpunkt sei tief im Inneren der Tham-Luang-Höhle in einem Durchgang eingerichtet worden, teilten Einsatzkräfte mit. Sie brachten Sauerstofftanks und Scheinwerfer in die Höhle. Der Stützpunkt soll auch die Versorgung der Vermissten nach ihrer Rettung gewährleisten.

"Was wir heute machen müssen, ist schnell zu den Kindern zu gelangen", sagte der Kommandeur der beteiligten Marineeinheit, Apakorn Yookongkaew. "Wir werden nicht ruhen, bis wir sie gefunden haben." Angesichts des besseren Wetters zeigte sich auch der Cheftrainer der Fußballmannschaft optimistisch: "Ich bin heute froh, wie ich es lange nicht mehr war", sagte Nopparat Khanthavong. Es gebe "viele positive Anzeichen" für die Rettung seines Teams.

Die Tham-Luang-Höhle in der Nähe der Grenze zu Myanmar und Laos ist etwa zehn Kilometer lang und sehr verwinkelt. Die Vermissten werden in einer Luftkammer im Inneren der Höhle vermutet, die Pattaya Beach genannt wird.

mxw/AFP/dpa



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