Höhle in Thailand Eingeschlossene Jugendliche senden Botschaft per Video

Sie sitzen seit elf Tagen in einer kilometerlangen Höhle fest, trotzdem geht es dem eingeschlossen Fußballteam aus Thailand gut: Das sagen die Jugendlichen in einer Videobotschaft - und machen Scherze.

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Den in einer thailändischen Höhle seit elf Tagen eingeschlossenen Jugendfußballern und ihrem Trainer geht es anscheinend einigermaßen gut. In einem Video, das die thailändische Marine veröffentlicht hat, grüßen die zwölf Jungen im Alter von elf bis 16 Jahren einzeln in die Kamera, sagen ihre Namen und pressen zum traditionellen thailändischen Gruß die Handflächen aneinander.

Die Eingeschlossenen sagen auch einzeln jeweils einen Satz, der vor allem ihre Angehörigen erfreuen dürfte: "Mir geht es gut." Begleitet wurden die in Wärmeschutzfolien gehüllten Jungen bei den Aufnahmen von einem Experten der Marine, die das Video auf ihrer Facebook-Seite publik machte.

Die eingeschlossenen Jugendfußballer scheinen trotz ihrer schwierigen Lage in guter Verfassung und Stimmung zu sein. Zu sehen ist in dem Clip auch, wie ein Marinetaucher mit den Jungen scherzt. Am Ende des Clips sagt einer der Jungen, er sei in der Vorstellungsrunde vergessen worden - was Gelächter auslöst.

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Eingeschlossene Fußballmannschaft: Viel Hoffnung und ein paar Scherze

Die Jungen wirken in dem Video entspannt und deutlich fitter als zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung am Montag. Britische Taucher hatten die vermissten Heranwachsenden und ihren 25-jährigen Trainer nach neun Tagen lebend in der verwinkelten Höhle entdeckt.

Erste Bilder der Einsatzkräfte hatten die Jugendlichen im Inneren der Höhle im Schein von Taschenlampen gezeigt - erschöpft, aber überglücklich. In einem ersten Video, das die Marinetaucher auf Facebook stellten, ist der erste Kontakt der britischen Taucher mit der Jugendmannschaft zu sehen.

Die Rettung könnte allerdings Monate dauern, viele Kammern der Höhle sind weiterhin überflutet. Die Jungen und ihr Trainer werden mit Lebensmitteln und Medizin versorgt und sollen tauchen lernen. Möglicherweise müssen sie die Höhle einzeln in einer riskanten Unterwasser-Operation verlassen.

Die Gruppe hatte die Höhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non nahe der Grenze zu Myanmar am 23. Juni nach einem Training besucht. Nach Angaben der örtlichen Behörden waren sie dort wohl von einer Sturzflut überrascht worden und hatten sich immer tiefer ins Innere der mehr als zehn Kilometer langen Höhle zurückgezogen. Die Eltern der Vermissten hatten tagelang vor der Höhle ausgeharrt.

Video: Vermisste Jugendfußballer lebend gefunden

Reuters/Thai Navy Seal

Die Behörden planen indes bereits, was mit der Höhle nach Abschluss der Rettungsaktion geschehen soll. Sie könnte zur Touristenattraktion werden, sagte Narongsak Osotthanakorn, der Provinzgouverneur von Chiang Rai und Leiter der Rettungsmission.

"Jetzt, wo die Kinder gefunden sind, können wir etwas entspannen und andere Pläne in Betracht ziehen", sagte er. Zuvor hatte die Chefin der Tourismusbehörde von Chiang Rai gesagt, die Höhle sei durch die Rettungsaktion für in- und ausländische Besucher interessant geworden.

Lage der Höhle

Mit einer Ausdehnung von etwa zehn Kilometern zählt die Höhle an der Grenze zu Myanmar zu einer der längsten des Landes. Wegen ihrer schwer zugänglichen Lage ist sie jedoch wenig erforscht und wird vor allem von Einheimischen aufgesucht.

mxw/dpa/AFP

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