Höhle in Thailand Rettung der letzten Eingeschlossenen hat begonnen

Die wohl letzte Etappe der Rettungsaktion in Thailand läuft. Vier Kinder und ihr Trainer sollen in den nächsten Stunden aus der Höhle gerettet werden - ebenso wie vier Helfer, die bei ihnen sind.

Twitter @elonmusk / REUTERS

In Thailand hat der Einsatz zur Rettung der letzten in einer Höhle eingeschlossenen Jungen und ihres Trainers begonnen. Am frühen Morgen ist die nächste Rettungsaktion angelaufen: Spezialtaucher versuchen, die verbliebenen fünf Mitglieder der Fußballmannschaft aus der überfluteten Höhle im Norden Thailands zu retten.

Nach Angaben der Behörden läuft die Aktion seit 10.08 Uhr Ortszeit (5.08 Uhr deutscher Zeit). Bis zum Abend sollen die fünf Sportler gerettet werden, wie der Provinzgouverneur und Einsatzleiter Narongsak Ossothankorn sagte: "Wir planen, die vier Jungen und den Trainer herauszubringen."

An dem jetzt angelaufenen dritten Rettungseinsatz sind mindestens 19 Spezialtaucher beteiligt, die meisten aus dem Ausland. Nach Angaben Ossothankorns wird die Aktion diesmal möglicherweise noch länger dauern als bei den ersten beiden Einsätzen - also länger als elf Stunden. Der Grund dafür ist, dass auch vier Retter aus der Höhle geholt werden müssen. Darunter ist auch ein Mediziner, der in der Höhle ausharrte, um im Notfall Erste Hilfe leisten zu können.

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Der Weg nach draußen beträgt fast vier Kilometer. Die Rettungsaktion ist auch ein Kampf gegen die Zeit, zumal in der Region an der Grenze zu Myanmar wieder heftiger Regen eingesetzt hat. In Südostasien ist derzeit Monsun-Saison. Befürchtet wird, dass durch den Regen das Wasser in der Höhle schnell steigen könnte, sodass die Hilfsaktion abgebrochen werden muss.

Thailands Innenminister Anupong Paochinda sagte zum weiteren Vorgehen: "Unser ursprünglicher Plan war, jeweils vier Leute herauszuholen. Aber dann wäre nur noch einer übrig. Deshalb haben wir uns entschieden, heute fünf zu holen." Vermutet wird, dass als Letzter der Trainer geht.

Der 25-Jährige hatte die Kinder trotz Warnungen in die Tropfsteinhöhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non geführt. Dort war das Team aus zwölf Jungen und dem Betreuer vor zweieinhalb Wochen von den Wassermassen überrascht worden.

Lage der Höhle

Die acht bislang aus einer Höhle in Thailand geretteten Jungen sind wohlauf. Die behandelnden Ärzte im Krankenhaus der Provinzhauptstadt Chiang Rai berichteten von minder schweren Lungeninfekten bei zwei Kindern. Sie erhielten Antibiotika, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums, seien aber "in normalem Zustand".

Insgesamt sind die Fußballer den Angaben zufolge bei guter Gesundheit, keiner habe Fieber. Die ersten vier Jugendlichen durften auch schon ihre Familien sehen. Alle acht sollen jedoch eine weitere Woche zur Beobachtung in der Klinik bleiben, wo sie sich sicherheitshalber noch in Quarantäne befinden.

In Thailandhat das Schicksal der jungen Fußballer sehr viel Solidarität ausgelöst. Am Montagabend besuchte der thailändische Premierminister Prayut Chan-o-cha die Helfer, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen.

Im Video: So läuft die Rettungsaktion

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Unterdessen stellte der Unternehmer Elon Musk den Höhlenrettern ein neu entwickeltes Mini-U-Boot zur Verfügung. Der 47-Jährige berichtete auf Twitter, er sei inzwischen selbst in dem Höhlenkomplex. Das U-Boot wurde auf den Namen "Wild Boar" ("Wildschwein") getauft, so heißt auch das Fußballteam. Bislang nahmen die Taucher das Angebot nicht in Anspruch. Musk hatte für seine Offerte auch Kritik geerntet. Viele warfen ihm vor, Publicity machen zu wollen.

Die Rettungsaktion ist sehr gefährlich. An manchen Stellen ist der Weg so eng, dass die Taucher ihre Atemluft-Flaschen abschnallen müssen. Darüber hinaus ist die Sicht in dem trüben Wasser äußerst eingeschränkt. Bei der Vorbereitung der Mission ertrank am Freitag ein erfahrener thailändischer Taucher.

Nun nehmen jeweils zwei Retter die Jungen, von denen kein einziger richtig tauchen kann, ins Schlepptau. Alle tragen Taucheranzüge und sind mit Taucherbrillen ausgerüstet. Die Profis versorgen die Kinder mit Luft.

Insgesamt sind mehr als tausend Retter beteiligt. Das Kernteam besteht aus 18 Spezialtauchern, der größte Teil davon aus Ländern wie Australien und Großbritannien.

mxw/dpa/AFP/Reuters

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