Rettungsaktion in Thailand Mehrere Jungen haben die Höhle verlassen

Seit mehr als zwei Wochen sitzt eine thailändische Fußballmannschaft in einer Höhle fest. Nun sind die ersten Jugendlichen gerettet worden - der Rest der Gruppe muss mindestens zehn Stunden warten.

PONGMANAT TASIRI/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Spezialtaucher haben mehrere Jungen aus einer Höhle in Thailand geholt. Seit 15 Tagen saßen dort zwölf Jugendliche und ihr Trainer fest. Die übrigen Mitglieder der Fußballmannschaft sollten am Montag aus der Höhle befreit werden, erklärte das Amt für Katastrophenschutz.

Über die Zahl der geretteten Jungen gab es zunächst widersprüchliche Angaben. Sprecher des Verteidigungsministeriums und des Amtes für Katastrophenschutz sagten zunächst, sechs Kinder seien ins Freie gebracht worden. Provinzgouverneur Narongsak Osottanakorn konnte diese Zahl später nicht bestätigen. Er sprach von nur vier geretteten Jungen. Er leitet die Rettungsmission. Die Jungs wurden demnach bereits per Krankenwagen und Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht.

Auf dem Weg ins Freie mussten die Jugendlichen weite Strecken durch schlammiges Wasser tauchen, sich durch Engstellen zwängen und gegen die Strömung kämpfen. Profi-Taucher begleiteten die Jungs. Da sie in dem schlammigen Wasser praktisch nichts sehen können, wurden Taue befestigt, an denen sie sich voran hangeln sollten. Sie sind zwischen elf und 16 Jahre alt, ihr Trainer ist 25.

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Thailand: Rettungsaktion in der Höhle

Die Rettung lief laut Gouverneur Osottanakorn "sehr problemlos". "Wir waren heute schneller als erwartet." Die gesündesten Jungen seien zuerst gerettet worden.

Die Aktion werde in zehn bis 20 Stunden fortgesetzt, also frühestens gegen 2.00 Uhr am Montagmorgen deutscher Zeit. Die Taucher müssten zunächst die Atemluftvorräte auffrischen.

Alle Jungen hätten Atemmasken getragen und seien von den Tauchern durch die Tunnel geleitet worden. "Ich bin froh, dass wir unsere Mission erfolgreich für die ersten vier abgeschlossen haben", sagte der Gouverneur.

Der Tauchgang durch die weit verzweigte Höhle ist schon für Profis kräftezehrend. Die Jungen und ihr Trainer waren erst in den vergangenen Tagen mit den Grundregeln des Tauchens vertraut gemacht worden, einige von ihnen können nicht einmal schwimmen. Wie gefährlich das Unterfangen ist, hatte am Freitag der Tod eines erfahrenen thailändischen Tauchers gezeigt, der auf dem Weg aus der Höhle wegen Sauerstoffmangels gestorben war.

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Die zügige Befreiung der Jungen spricht dafür, dass die Rettungsaktion besser und schneller als erwartet lief. In einer offiziellen Mitteilung der thailändischen Behörden kurz vor Bekanntwerden der ersten Rettungsberichte hatte es noch geheißen, es sei nicht absehbar, wann die ersten Jungen wohl die Höhle verlassen könnten. Sinkende Wasserstände in der teilweise überfluteten Höhle könnten die Rettungsmission beschleunigt haben.

Zeit wurde knapp

Die Einsatzkräfte hatten sich zum Beginn des Rettungseinsatzes entschlossen, weil die Zeit wegen drohender Regenfälle knapp wurde. Außerdem sank der Sauerstoffgehalt in der Höhlenkammer, in die sich die Fußballmannschaft geflüchtet hatte.

Die Jungen und ihr Trainer hatten die Höhle am 23. Juni betreten. Offenbar hatte Starkregen die Gruppe überrascht - und sie flohen vor den Wassermassen immer tiefer ins Innere.

abl/jpz/Reuters/AFP/dpa

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