Erfurt Verdächtiges DHL-Paket in Staatskanzlei erweist sich als harmlos

Die Staatsanwaltschaft gibt Entwarnung: Ein verdächtig wirkendes DHL-Paket, das in der Thüringer Staatskanzlei abgegeben wurde, hat sich als ungefährlich erwiesen. Man habe keine Handgranate gefunden, hieß es.

Thüringer Staatskanzlei
imago/ Karina Hessland

Thüringer Staatskanzlei


Nach der Aufregung um ein verdächtig wirkendes DHL-Paket in der Thüringen Staatskanzlei haben die Behörden Entwarnung gegeben. Man habe das Paket geöffnet und - anders als befürchtet - keine Handgranate darin gefunden, sondern mehrere zusammengerollte Kataloge, sagte Hannes Grünseisen von der Thüringer Generalstaatsanwaltschaft.

Der Inhalt des Paketes habe sich damit als völlig harmlos erwiesen, sagte der Oberstaatsanwalt. Der Regierungssprecher des Freistaats Thüringen, Günter Kolodziej, bestätigte die Angaben. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte zuvor gemeldet, dass in der Staatskanzlei in Erfurt ein verdächtiges DHL-Paket eingegangen sei.

Mitarbeiter seien auf das Paket aufmerksam geworden, weil es keinen Absender hatte, sagte Grünseisen. Das Paket sei deshalb von der Polizei sichergestellt und untersucht worden. Man habe es durchleuchtet, und dabei sei der Eindruck entstanden, es könne eine Handgranate darin sein. Das erwies sich als Fehleinschätzung.

Paket hatte keinen Absender

Das Paket war den Angaben zufolge in Köln abgeschickt worden. Nähere Details zu den Katalogen wurden nicht mitgeteilt. Das Paket war am Freitagnachmittag zugestellt worden und hatte bis Montag in einem Regal gelegen. Adressiert war es laut Staatsanwaltschaft Erfurt an die Staatskanzlei Thüringen.

In Potsdam war am Freitag in einer Apotheke ein Paket mit einer Bombe darin aufgetaucht. Experten konnten die Bombe unschädlich machen. Der Absender fordert von der DHL jedoch einen Millionenbetrag und droht andernfalls mit weiteren Sendungen, wie er in einem Brief in der Potsdamer Paketbombe schrieb.

Polizei und Behörden hatten daraufhin die Menschen gebeten, beim Empfang von verdächtigen Paketen sehr vorsichtig zu sein und im Zweifel die Polizei zu informieren. Die Paketbomben könnten zu schwersten Verletzungen oder sogar zum Tod führen. Bei den Behörden gingen daraufhin rund zwei Dutzend Hinweise ein - darunter allerdings auch einige Fehlalarme.

So ging etwa bei der Bußgeldstelle der Polizei in Gransee im Norden von Berlin ein verdächtiges Paket ein, wie die Polizei per Twitter mitteilte. Das Gebäude sollte evakuiert werden. Der Tweet wurde wenig später wieder gelöscht. Es habe sich um einen Fehlalarm gehandelt, sagte eine Sprecherin. Im Paket war nur ein Christstollen.

fok/Reuters



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