Pilgerstätte in Lhasa Tibetisches Heiligtum von Feuer zerstört

Die heiligste Stätte der tibetischen Buddhisten ist in Flammen aufgegangen. Der Brand im Jokhang-Tempel in Lhasa konnte gelöscht werden, die Ursache ist noch unklar.

Jokhang-Tempel in Lhasa
picture alliance/ Christoph Moh

Jokhang-Tempel in Lhasa


Nur einen Tag nach Beginn der traditionellen Neujahrsfeiern in Tibet ist eine der heiligsten Stätten der Buddhisten in Flammen aufgegangen.

Wie die "New York Times" berichtete, brach das Feuer im Jokhang-Tempel in Lhasa um 18.40 Uhr Ortszeit aus. Auf Handy-Aufnahmen, die über die sozialen Netzwerke geteilt wurden, ist zu sehen, wie Flammen aus dem etwa 1300 Jahre alten Tempel schlagen.

Im Video: Feuer im Jokhang-Tempel in Lhasa

Robert Barnett

Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, der Brand habe schnell gelöscht werden können. Es habe weder Tote noch Verletzte gegeben. Über das Ausmaß der Schäden in dem Tempel, der im Jahr 2000 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt worden war, lägen noch keine Angaben vor. Auch zur Brandursache gibt es bisher keine Angaben.

Buddhisten beim Gebet vor dem Tempel (Archivbild)
REUTERS

Buddhisten beim Gebet vor dem Tempel (Archivbild)

Der Tempel ist Berichten zufolge mit Überwachungskameras ausgestattet und wird zudem von Sicherheitskräften bewacht. Während der politischen Unruhen in Tibet im Jahr 2008 hatten Dutzende Mönche hier während eines von der Regierung geplanten Besuchs spontan vor ausländischen Journalisten demonstriert.

Im Netz kursierten Meldungen, wonach die chinesischen Staatsmedien zahlreiche Posts bei Twitter zu dem Feuer im Internet gelöscht hätten. Der in London lebende Tibetologe Robert Barnett sagte unter Bezug auf Quellen in Lhasa, dass die Polizei vor Ort Menschen bedrohe, die Bilder und nichtoffizielle Nachrichten über das Feuer verbreiteten.

China herrscht seit den Fünfzigerjahren über Tibet. Dessen Zugehörigkeit zur Volksrepublik ist allerdings völkerrechtlich umstritten. Immer wieder kommt es zu Menschenrechtsverletzungen, die Regierung in Peking versucht, die buddhistische Kultur zu unterdrücken.

ala/dpa



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