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Ticketverkauf für Olympia Oh Baby!

Ticketverkauf für Olympia: Oh Baby!
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Die Ticket-Verkaufspraxis für die Olympischen Spiele in London sorgt für Zorn unter Eltern: Auch Babys brauchen Karten. Mütter toben und reden vom "größten Beschiss in der Geschichte" der Stadt, eine Kommission spricht von Diskriminierung, die Olympia-Macher wiegeln ab.

London - Babys können schreien, trinken, die Windel voll machen und mehr oder weniger tief schlafen - eines können sie aber in den ersten Wochen und Monaten nicht besonders gut: sehen. Mit zwei Monaten wird für ihre Augen scharf, was sich im Abstand von rund einem halben Meter befindet. Ein Besuch im Stadion ist für sie selbst so nutzlos wie ein Fahrrad, doch das wird Eltern egal sein, wenn sie sportbegeistert sind.

Im Sommer finden in London die Olympischen Spiele statt. Der Ticketverkauf begann bereits im April, doch jetzt haben die Organisatoren Ärger: Angehende Eltern haben erfahren, dass sie ihre Babys nicht werden mitbringen dürfen, wenn sie für die Winzlinge keine Tickets besitzen.

"Lächerlich", "saudumm" sind Bezeichnungen für die Verkaufspraxis, die sich das Organisationskomitee nun anhören muss. Es bietet für Kinder unter einem Jahr Tickets für ein Pfund an - das ist allerdings inzwischen reine Theorie: Diese Tickets waren limitiert und sind nach einem Bericht des "Guardian" kaum mehr zu bekommen.

Beispiel Rosalind Ereira: Die damals noch angehende Mutter kaufte sich im April ein Ticket. Nun rief sie nach Angaben der britischen Zeitung eine Hotline an. "Jeder Besucher der Olympischen Spiele muss ein Ticket haben, egal wie alt er ist", lautete die Antwort. Wenn keine vergünstigte Karte mehr zu haben sei, "müssen sie den vollen Preis zahlen für jedes Kind, das sie begleitet".

Ereira nahm Kontakt auf mit der Kommission für Gleichberechtigung und Menschenrechte. Dort sagte man ihr, es dürfte sich um einen Fall von Diskriminierung handeln, auch wenn die Verkaufspraxis wohl nicht gegen Gesetze verstoße: Die Regelung würde Frauen mehr betreffen als Männer, da sie größere Verantwortung trügen.

Im Blogger-Netzwerk Mumsnet tobt der Zorn der Mütter. Eine Frau geißelte den Verkauf als den "größten Beschiss in der Geschichte Londons". Andere schimpfen auf den Umstand, dass die Eltern am besten schon ein Ticket gekauft haben sollten, als der Nachwuchs noch gar nicht gezeugt war.

Das Komitee versprach nun, die Verkaufspraxis zu überdenken, vermied es aber, jegliche Versprechen zu machen.

bim

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