Tierfeind Mann köpfte Hund mit Gartenschere - 25 Jahre Knast

Weil er seinen Hund auf besonders grausame Weise umbrachte, muss ein Kalifornier nun für ein Vierteljahrhundert hinter Gitter. Er hatte das Tier nach seiner Freundin benannt, mit der er sich kurz zuvor zerstritten hatte.


DPA

Santa Ana - Einst zwang er seine Schwester, russisches Roulette zu spielen. Auf zwei Männer stach er mit dem Messer ein. Und vor einiger Zeit erwischte ihn die Polizei mit einem Samurai-Schwert im Auto, auf dem Weg zum neuen Ehemann seiner Ex-Frau.

Nun musste sein engster Freund dran glauben, ein treuer Schäferhund: Nach einem Streit mit seiner Freundin schlug der Kalifornier James A. erst mit einem Golfschläger auf das Tier ein. Anschließend durchstach er dessen Herz mit einem Spieß und schnitt der Kreatur mit einer Gartenschere den Kopf ab. Kurz zuvor hatte er sich mit seiner Geliebten zerstritten, auf deren Namen Marie er in glücklicheren Tagen den Hund getauft hatte.

Grausame Tierquälerei, befand am Freitag ein kalifornisches Gericht und verhängte eine drakonische Strafe: 25 Jahre Haft. James A. muss davon 20 Jahre absitzen, bevor er sein erstes Gnadengesuch stellen kann. Der Täter hätte wegen Tierquälerei eigentlich nur mit einer sechsjährigen Haftstrafe rechnen müssen. Da er aber bereits zwei Vorstrafen wegen tätlichen Angriffen mit einer tödlichen Waffe hatte, griff die kalifornische Drei-Straftaten-Regel strafverschärfend.

Die Verteidiger von A. hatten darauf hingewiesen, dass ihr Mandant an Schizophrenie und psychotischen Wahnvorstellungen leide. Der Richter entschied aber, dass A. zum Zeitpunkt der Tat 2002 zurechnungsfähig gewesen sei.

Dennoch könnte A. schon bald wieder auf freiem Fuß sein. In Kalifornien steht die von vielen Bürgern als zu hart empfundene Drei-Straftaten-Regel zur Debatte, die bei einer dritten Verurteilung hohe Freiheitsstrafen vorschreibt. Das Gesetz könnte bereits zum 1. Januar fallen.



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