Angeblich schwuler Hund: Tierfreundin rettet Pitbull vor dem Tod

Armer Elton: Ein Hundebesitzer aus den USA glaubte, bei seinem Pitbull homosexuelle Tendenzen zu erkennen und gab das Tier im Tierheim ab. Fast wäre der Rüde getötet worden. Doch der Fall bekam große Publicity - und Elton ein neues Frauchen.

Geretteter Pitbull: 50 Pfund, bislang freundlich Zur Großansicht
Facebook/ Jackson TN Euthenasia

Geretteter Pitbull: 50 Pfund, bislang freundlich

Jackson - Hunde werden aus den unterschiedlichsten Gründen im Tierheim abgegeben. Die Besitzer haben sich getrennt, sind überfordert, haben keine Zeit mehr, ziehen um. Manchmal fällt die Trennung schwer, und beide Seiten leiden. Oft genug sind die Gründe aber auch vorgeschoben, weil niemand zugeben mag, zu faul für die täglichen Spaziergänge, zu geizig für Besuche beim Tierarzt oder zu bequem für die Hundeerziehung und Beschäftigung mit dem Tier zu sein.

Der Grund, aus dem ein Rüde in den USA abgegeben wurde, hat allerdings Seltenheitswert. Sein Besitzer gab ihn ab, weil er den Hund für schwul hielt. Der Mann hatte offenbar das Verhalten gegenüber anderen Hunden völlig falsch interpretiert. Homosexualität bei Tieren ist bei einer Vielzahl von Spezies dokumentiert, etwa bei Pinguinen, Schafen, Fischen und Störchen. In Eltons Fall dürfte die Erklärung für sein Verhalten allerdings anders liegen: Auf einen anderen Hund zu steigen ist einfach eine Geste der Dominanz.

Der Hund sollte eingeschläfert werden, wurde nun aber gerettet. Eine Gruppe von Tierschützern aus Jackson im US-Bundesstaat Tennessee berichtete auf Facebook von seinem Schicksal. "Lasst diesen großartigen Hund nicht sterben, weil sein Besitzer keine Ahnung von normalem Hundeverhalten hat!" Nach diesem Appell meldeten sich zahlreiche Personen, die den Rüden bei sich aufnehmen wollten. Unter ihnen war Stephanie Fryns aus Jackson. Sie hat bereits vier Hunde und wollte nach eigener Aussage den Rüden auch schon vor dem Internetaufruf zu sich nach Hause holen.

Nun lebt der Hund - Fryns nannte ihn Elton - bei ihr. Er wiege etwa 50 Pfund und sei bislang sehr freundlich, berichtete sie laut ABC News. "Er fürchtet sich verständlicherweise vor allem. Aber er hat die Autofahrt sehr gemocht."

Dem Tierheim wurde der Trubel um Elton beinahe zu viel. "Ich hatte heute Morgen ungefähr zehn Millionen Anrufe", zitiert die Zeitung "Tennessean" einen Mitarbeiter. "Er ist weg, in guten Händen." All jenen, die Elton auch gerne aufgenommen hätten, riet das Blatt: Es gebe ja noch andere Hunde, die ein Zuhause suchten, und "die könnten auch schwul sein - oder nicht".

ulz

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