"Time"-Titelbild: "Oh, mein Gott!"

In den USA erregt das "Time Magazine" mit einem kontroversen Titelbild Aufsehen. Abgebildet ist eine junge Mutter, die ihrem drei Jahre alten Sohn die Brust gibt. Nun streiten die Amerikaner: Darf man das?

Titelblatt des "Time Magazine": Kontroverse in den USA Zur Großansicht
AP/ Time

Titelblatt des "Time Magazine": Kontroverse in den USA

Hamburg - Ein kleiner Junge steht auf einem kleinen Stuhl und nuckelt an der Brust seiner Mutter - mit diesem Titelblatt sorgt das renommierte "Time Magazine" derzeit in den USA für Wirbel.

Abgebildet sind die 26-jährige Jamie Lynne Grumet aus Los Angeles und ihr fast vier Jahre alter Sohn Aram. "Oh, mein Gott, Aram und ich sind auf dem Titelblatt des 'Time Magazine'", schrieb die junge Mutter laut "Los Angeles Times" auf ihrer Facebook-Seite.

Allzu überrascht dürfte sie jedoch nicht sein: Grumet taucht in Verbindung mit der Titelgeschichte des Magazins auf. Es geht um das sogenannte Attachment Parenting (zu deutsch etwa: bindungsorientierte Elternschaft) - ein Begriff, den der Kinderarzt Bill Sears vor 20 Jahren prägte.

Dieser Philosophie zufolge ist eine enge Bindung der Eltern zum Kind eine entscheidende Grundlage für die emotionale Stabilität des Kindes im Erwachsenenalter. Körperliche Nähe wie das gemeinsame Schlafen und auch das verlängerte Stillen spielen darin eine besondere Rolle. Kritiker zweifeln an den positiven Auswirkungen auf das Kind und bemängeln die großen Belastungen für die Mütter.

Sie selbst sei von ihrer Mutter bis zum sechsten Lebensjahr gestillt worden, sagte Grumet in einem Interview mit dem "Time Magazine".

Grumet ist überzeugte Anhängerin des Konzepts und betreibt auch eine eigene Website. Manche Leute hätten ihr gesagt, sie würden die Behörden informieren, dass sie ihren drei Jahre alten Sohn noch stille, das sei Kindesmissbrauch. "Mit diesen Menschen kann ich wohl nicht diskutieren", so Grumet.

Sie habe kein Problem damit, wenn Leute anderer Meinung seien. Sie sollten aber erkennen, dass verlängertes Stillen biologisch normal sei, nur in der Gesellschaft nicht anerkannt. "Je mehr Leute es sehen, desto normaler wird es in unserer Kultur. Darauf hoffe ich", so Grumet. "Ich will, dass die Menschen es sehen."

Genug Aufmerksamkeit dürfte sie dank des "Time"-Titelbildes in jedem Fall bekommen. Schon kurz nach der Veröffentlichung wurde das Thema in den sozialen Netzwerken heiß diskutiert. Auch Schauspielerin Alyssa Milano ereiferte sich via Twitter über das "ausbeuterische und extreme" Titelblatt.

Die "Washington Post" bezeichnet das Cover in einem Blog auf ihrer Website als "schockierend" und "fesselnd". Kritisch angemerkt wurde, dass sich der Artikel eigentlich um Bill Sears drehe - der 72-Jährige hätte auf dem Titel aber deutlich weniger Aufsehen erregt als die attraktive junge Frau.

An dieser Einschätzung könnte etwas dran sein. Grumet war am Freitag gleich auch in der populären "Today Show" des Fernsehsenders NBC zu Gast.

hut

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insgesamt 110 Beiträge
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1. Welche Auswirkungen...
Christam 11.05.2012
Zitat von sysopIn den USA sorgt das "Time"-Magazine mit einem kontroversen Titelbild für Aufsehen. Abgebildet ist eine junge Mutter, die ihrem drei Jahre alten Sohn die Brust gibt. Nun streiten die Amerikaner: Darf man das? "Time Magazine": Titelbild mit stillender Mutter erregt Aufsehen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,832638,00.html)
...es auf die emotionale Stabilität des Jungen im Erwachsenenalter haben wird, SO auf dem Titelblatt eines weltweit vertriebenen Nachrichtenmagazins abgebildet zu sein, hat die Dame bei ihrem Selbstinszenierungstrip wohl scheinbar nicht bedacht.
2.
F.A.Leyendecker 11.05.2012
Zitat von sysopNun streiten die Amerikaner: Darf man das?
Diese bigotten Amis gehen mir zunehmend auf den Pinsel. Offenbar wird dort ja nicht auf breiter Front darüber diskutiert, ob man Menschen ohne Gerichtsverfahren abschlachten darf. Stattdessen beschäftigt man sich mit so einem Scheiß. Die durchschnittliche Stilldauer auf der Welt beträgt 4 Jahre!! Meine eigene Tochter ist fünf Jahre alt und wird noch gestillt. Schadet weder ihr noch ihrer Mutter. Aber von mir aus sollen die Frauen in Amiland doch ihr Kinder per Wunschkaiserschnitt termingerecht das Kunstlicht der Welt erblicken lassen und sie dann mit Monsanto-Sojasauce oder wasauchimmer großziehen. Ich denke immer öfter, daß die Amsi eigentlich auch nichts verlieren, wenn sie aussterben.
3.
docvoltage 11.05.2012
Ich bin Deutscher und lebe jetzt 35 Jahre in USA. Besser gesagt, ich lebe unter den Amis (darf man mal so im antropologischen Sinne auffassen). Und jedesmal fasse ich mir an den Kopf wenn wegen ein paar Möpsen gleich der moralische Untergang des Landes prophezeit wird, aber jeder besoffene Analphabet sich stolz "zum eigenen Schutz" bewaffenen darf. All-abendlich wird im Fernsehen gemordet, vergewaltigt, explodiert...aber ein Kind zu stillen soll perverser Missbrauch sein. Hil-fe !
4. .
herr-vorragend 11.05.2012
Zitat von F.A.LeyendeckerDiese bigotten Amis gehen mir zunehmend auf den Pinsel. Offenbar wird dort ja nicht auf breiter Front darüber diskutiert, ob man Menschen ohne Gerichtsverfahren abschlachten darf. Stattdessen beschäftigt man sich mit so einem Scheiß. Die durchschnittliche Stilldauer auf der Welt beträgt 4 Jahre!! Meine eigene Tochter ist fünf Jahre alt und wird noch gestillt. Schadet weder ihr noch ihrer Mutter. Aber von mir aus sollen die Frauen in Amiland doch ihr Kinder per Wunschkaiserschnitt termingerecht das Kunstlicht der Welt erblicken lassen und sie dann mit Monsanto-Sojasauce oder wasauchimmer großziehen. Ich denke immer öfter, daß die Amsi eigentlich auch nichts verlieren, wenn sie aussterben.
Und ich dachte doch tatsächlich, dass im Film "Kindsköpfe" die Szene in der ein 4-Jähriger von seiner Mutter gestillt wird, ein humoristischer Höhepunkt sei. So kann man sich irren... KINDSKÖPFE - HD Trailer - Ab 21. Januar 2011 auf BLU-RAY (http://www.youtube.com/watch?v=qvoJG13Z-HA)
5.
taubenvergifter 11.05.2012
Zitat von docvoltageIch bin Deutscher und lebe jetzt 35 Jahre in USA. Besser gesagt, ich lebe unter den Amis (darf man mal so im antropologischen Sinne auffassen). Und jedesmal fasse ich mir an den Kopf wenn wegen ein paar Möpsen gleich der moralische Untergang des Landes prophezeit wird, aber jeder besoffene Analphabet sich stolz "zum eigenen Schutz" bewaffenen darf. All-abendlich wird im Fernsehen gemordet, vergewaltigt, explodiert...aber ein Kind zu stillen soll perverser Missbrauch sein. Hil-fe !
V.a. ist es inzwischen völlig normal, dass ein Dreijähriger Hosen in Militäroptik trägt. Nieman käme auf den Gedanken, dies zweifelhaft zu finden.
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