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17. Mai 2011, 16:24 Uhr

Todesflug AF447

Piloten geraten ins Visier der Ermittler

Die Auswertung der Flugschreiberdaten hat gerade erst begonnen, aber eines scheint schon jetzt klar: Ursache für den Absturz des Air-France-Flugs AF447 sollen keine grundlegenden Mängel am Flugzeug sein. Damit rücken die Piloten und die Fluggesellschaft in den Fokus.

Paris - Zwei lange Jahre gab es keine Erkenntnisse, warum Flug AF447 auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris in den Atlantik stürzte. Zwei lange Jahre konnte nur gemutmaßt werden, warum 228 Menschen am 1. Juni 2009 in dem Airbus ums Leben kamen. Fast zwei lange Jahre lagen die Flugschreiber in dem Wrack auf dem Meeresgrund. Nun geht plötzlich vieles deutlich schneller als erwartet.

Nach einer ersten Auswertung der erst vor kurzem auf dem Meeresgrund entdeckten Flugschreiber gibt es bislang keine Hinweise auf grundlegende Mängel an der Maschine vom Typ Airbus A330-200. Darüber durfte der Flugzeugbauer Airbus jetzt mit Einverständnis der französischen Luftfahrtermittlungsbehörde (BEA) seine Kunden informieren. Nach dem Absturz gebe es derzeit keinerlei Handlungsbedarf für die Betreiber von Langstreckenmaschinen des Typs A330, heißt es in dem Unfall-Informations-Telex (AIT), das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Bis zuletzt hatte es immer wieder Vermutungen gegeben, dass Fehler am Flugzeug die Katastrophe verursachten. Die BEA betonte am Dienstag, dass noch keine Schlussfolgerungen über die Unglücksursache gezogen worden seien, machte aber Mut, dass es eines Tages abschließende Erkenntnisse geben wird. "Es ist so gut wie sicher, dass der Unfall vollständig aufgeklärt werden kann", schrieb die BEA in einer knappen Mitteilung, in der sie auch vor voreiligen Schlüssen warnte. Vor dem Sommer werde kein Zwischenbericht veröffentlicht. Die Auswertung sei langwierig und erfordere Sorgfalt.

"So gut wie sicher, dass der Unfall vollständig aufgeklärt werden kann"

Löste also ein Pilotenfehler den Absturz aus? Oder ein Fehlverhalten der Airline? Klar ist bis heute nur, dass es auf dem Flug in einer Unwetterfront Probleme bei der Geschwindigkeitsmessung gab.

Die BEA hatte erst am Montag bekanntgegeben, dass die Flugschreiber am Wochenende nach zwei Jahren im Meer ausgelesen werden konnten. Die Flugschreiber des am 1. Juni 2009 abgestürzten Airbus A330-200 waren erst Anfang April auf dem Meeresgrund des Atlantiks entdeckt worden. Ein Tauchroboter holte die Geräte aus rund 4000 Metern Tiefe an die Meeresoberfläche.

Dank der beiden Geräte können die Ermittler den Flug genau rekonstruieren. Der Flugdatenschreiber registrierte zahlreiche Parameter wie Höhe und Neigungswinkel der Maschine sowie Triebwerkseinstellungen. Der Stimmenrekorder nahm während des Flugs die Gespräche und Geräusche im Cockpit auf.

Neben den Flugschreibern und zahlreichen anderen Flugzeugteilen holte das Bergungsteam in den vergangenen Wochen auch zwei Leichen an die Oberfläche. Derzeit wird geprüft, ob sie mit Hilfe von DNA-Proben noch identifiziert werden können. Falls nicht, soll die Ruhe der Toten nicht weiter gestört werden. Rund 50 Leichen wurden bislang auf dem Meeresboden entdeckt. Direkt nach dem Unglück vor zwei Jahren waren ebenso viele auf dem Wasser treibende Opfer geborgen worden. Bei dem Absturz kamen alle 228 Menschen an Bord ums Leben, darunter 28 Deutsche.

siu/dpa

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