Mönchengladbach Fußgänger bei illegalem Autorennen getötet

Zwei Männer haben sich in Mönchengladbach ein illegales Autorennen geliefert. Ein Fahrer verlor die Kontrolle über sein Auto und erfasste einen Fußgänger.

Markierungen der Polizei an der Unfallstelle
DPA

Markierungen der Polizei an der Unfallstelle


Die Geschwindigkeitsgrenze lag bei 40 Stundenkilometern - die beiden Autofahrer nahmen darauf keine Rücksicht. Sie veranstalteten ein illegales Autorennen in der Innenstadt von Mönchengladbach. Ein 28-Jähriger verlor dabei die Kontrolle über sein Fahrzeug und erfasste einen Fußgänger. Der 38-jährige Mann starb wenig später.

Laut Zeugenaussagen raste einer der Fahrer in den Gegenverkehr, um den anderen zu überholen - dabei geschah das Unglück. Der Fahrer sei vor Ort festgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP. Er sei inzwischen aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden, ein Strafverfahren sei eingeleitet. Der Fahrer des zweiten Autos raste davon und wurde auch am Samstagmorgen noch gesucht.

In der Vergangenheit hat es in Deutschland immer wieder schwere Unfälle bei illegalen Autorennen gegeben. Aufsehen erregte der Fall zweier Raser in Berlin, die ein Gericht Ende Februar wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilte. In Hagen müssen sich zurzeit zwei Angeklagte wegen eines mutmaßlichen Autorennens vor dem Landgericht verantworten. Ihre Wagen waren mit zwei entgegenkommenden Autos zusammengeprallt, fünf Menschen erlitten teils schwere Verletzungen.

In der kommenden Woche wird außerdem ein Urteil des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe erwartet. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Verschärfung der Strafen gegen zwei Raser. Die Männer hatten sich im April 2015 in Köln ein spontanes Rennen geliefert. Bei Tempo 95 schleuderte eines der getunten Autos aus der Kurve. Auf dem Radweg traf es mit Wucht eine 19 Jahre alte Studentin, die wenige Tage später starb.

Auch die Politik reagiert: Rasern drohen womöglich bald schon generell härtere Strafen. Das Bundesverkehrsministerium arbeitet an einem Gesetzentwurf, der für Raser nach einem tödlichen Unfall bis zu zehn Jahre Haft vorsieht.

dop/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.