Funsport-Unfall: Russischer Skitourist stirbt nach Sturz in PVC-Kugel

In einer luftgepolsterten PVC-Kugel einen Hang hinabrollen: Zwei russische Skitouristen wollten beim Zorbing Spaß haben. Der große Ball kam von der Piste ab und fiel in eine Schlucht. Einer der Männer starb, der andere wurde schwer verletzt.

Standfoto von Zorbing-Video: Von der Piste abgekommen Zur Großansicht
AP/Yekaterina Achkasova/APTN

Standfoto von Zorbing-Video: Von der Piste abgekommen

Dombai - Es sollte ein harmloser Spaß im Skiurlaub werden. Zwei befreundete Russen ließen sich in einer übergroßen PVC-Kugel neben einer Anfängerpiste den Hang hinabrollen. Sie waren mit Gurten gesichert, 14 Kubikmeter Luft zwischen ihnen und dem Boden sollten vor allzu großen Erschütterungen schützen. Freunde filmten die Fahrt mit dem Handy eines der Insassen.

Die Kugel sollte nach rund 500 Metern Fahrt sanft in einem Gegenhang ausrollen. Doch sie kam von der Route ab. Ein Mitarbeiter der Firma, die das Zorbing angeboten hatte, versuchte verzweifelt, die Kugel aufzuhalten. Vergeblich. Sie fiel über eine Klippe und schoss eine Schlucht unterhalb des Berges Mussa-Achitara im Nordkaukasus hinab. Erst nach anderthalb Kilometern kam sie dort zum Stillstand.

Beide Insassen wurden etwa zehn Meter aus dem Ball geschleudert. Als die Rettungskräfte eintrafen, lebten die Männer noch. Einer von ihnen, ein 27-Jähriger, starb auf dem Weg zum Krankenhaus. Sein Freund überlebte schwer verletzt. Russische Bundesbeamte versuchen jetzt vor Ort in Dombai die Schuldfrage zu klären.

Zorbing wird in Russland immer beliebter, nicht zuletzt, weil es eines der Symbole der Olympischen Winterspiele 2014 ist, die in Sotschi ausgetragen werden. Sergei Loginov, der größte Produzent sogenannter Zorbs in Russland, meinte nach dem Unglück, jegliche Sicherheitsrichtlinien seien vernachlässigt worden. Weder habe es Fangzäune gegeben, noch hätte der Ball sicher ausrollen können.

Das Unglück hat auch eine Diskussion über die allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen auf Skipisten in Russland ausgelöst. "Bis 2006 starben Hunderte jedes Jahr in den Skigebieten des Nordkaukasus", sagte ein Behördensprecher. "Diese Zahl ist zwar in der Zwischenzeit sehr stark gesunken, aber wir haben immer noch 20 bis 30 tote Touristen jedes Jahr."

Die Gründe für die Todesfälle seien unterschiedlich, aber alle hätten den gleichen Hintergrund: Es gebe kein klares Touristen-Sicherheitssystem. Örtliche Behörden täten nicht genug um Sicherheitsvorschriften durchzusetzen, da sie stattdessen versuchten, Touristen anzulocken.

cvb/AP

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